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	<title>Kommentare zu: Für unentschlossene Stimmende</title>
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		<title>Von: Titus</title>
		<link>http://www.augenreiberei.ch/2009/11/26/fur-unentschlossene-wahlende/comment-page-1/#comment-934</link>
		<dc:creator>Titus</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 22:17:49 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, da lag ich mit meiner Prognose auch völlig falsch...

Wir sind uns wohl einig darüber, dass hierzulande die Trennung von Kirche und Staat weiter ist als in vielen vom Islam geprägten Ländern. 

Wir gehen immer davon aus, dass diese Trennung überall so sein müsse und vergessen dabei, dass dies bei uns vor 200 Jahren auch noch nicht der Fall war und dass wir selbst heute noch keine komplette Trennung von Kirche und Staat haben. So gelten zum Beispiel noch heute die christlichen Feiertage als allgemeine Feiertage.

Es scheint mir daher nicht richtig zu sein, mit unserer auf- und abgeklärten Sichtweise solche Umfrageergebnisse zu betrachten, ohne sie in unseren heutigen Kontext zu stellen. Ein Beispiel dazu: Für viele gilt heute bekanntlich der Staat und nicht mehr die Religion als regel- oder rechtgebende Institution. Nimm nun einmal die Resultate bezüglich Todesstrafe. Wenn ich mich richtig erinnere, befürworten in den USA noch immer nahezu 50 % die Todesstrafe «als gerechte Sühne für den Abfall vom Rechtsstaat»...

Interessant wäre auch zu erfahren, wie viele derjenigen Katholiken und Reformierte, welche sich noch vor 160 Jahren bekämpften, glaubten, sie kämen in den Himmel und nicht in die Hölle... Es gibt frappante Parallelen, sie sind einfach nur «zeitverschoben».

Noch ein Wort zum Kopftuch: Ich weiss nicht was immer alle Welt gegen diese Kopftücher hat. Es ist nämlich auch hierzulande noch nicht so lange her, als die Männer noch Hüte und die Frauen Kopftücher trugen (schau&#039; dir mal einen Film aus den 1950er Jahre an). Nonnen tuen es auch heute noch und zwar nicht nur in der Kirche, sondern in aller Öffentlichkeit. Daran scheint sich niemand zu stören.

Nun kann man das als religiöses Zeichen werten, also als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Nun nimm&#039; mal einen der heutigen Teenager, die ständig eine Schirmmütze auf dem Kopf tragen, den Hosenboden auf Höhe der Knie haben und eine Socke über das Hosenbein ziehen. Ist das etwa keine Zeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe? Eine «Religion», oder einfach auch nur eine bestimmte Weltanschauung, kann sich eben auf sehr unterschiedliche Weise zum Ausdruck bringen...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, da lag ich mit meiner Prognose auch völlig falsch&#8230;</p>
<p>Wir sind uns wohl einig darüber, dass hierzulande die Trennung von Kirche und Staat weiter ist als in vielen vom Islam geprägten Ländern. </p>
<p>Wir gehen immer davon aus, dass diese Trennung überall so sein müsse und vergessen dabei, dass dies bei uns vor 200 Jahren auch noch nicht der Fall war und dass wir selbst heute noch keine komplette Trennung von Kirche und Staat haben. So gelten zum Beispiel noch heute die christlichen Feiertage als allgemeine Feiertage.</p>
<p>Es scheint mir daher nicht richtig zu sein, mit unserer auf- und abgeklärten Sichtweise solche Umfrageergebnisse zu betrachten, ohne sie in unseren heutigen Kontext zu stellen. Ein Beispiel dazu: Für viele gilt heute bekanntlich der Staat und nicht mehr die Religion als regel- oder rechtgebende Institution. Nimm nun einmal die Resultate bezüglich Todesstrafe. Wenn ich mich richtig erinnere, befürworten in den USA noch immer nahezu 50 % die Todesstrafe «als gerechte Sühne für den Abfall vom Rechtsstaat»&#8230;</p>
<p>Interessant wäre auch zu erfahren, wie viele derjenigen Katholiken und Reformierte, welche sich noch vor 160 Jahren bekämpften, glaubten, sie kämen in den Himmel und nicht in die Hölle&#8230; Es gibt frappante Parallelen, sie sind einfach nur «zeitverschoben».</p>
<p>Noch ein Wort zum Kopftuch: Ich weiss nicht was immer alle Welt gegen diese Kopftücher hat. Es ist nämlich auch hierzulande noch nicht so lange her, als die Männer noch Hüte und die Frauen Kopftücher trugen (schau&#8217; dir mal einen Film aus den 1950er Jahre an). Nonnen tuen es auch heute noch und zwar nicht nur in der Kirche, sondern in aller Öffentlichkeit. Daran scheint sich niemand zu stören.</p>
<p>Nun kann man das als religiöses Zeichen werten, also als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Nun nimm&#8217; mal einen der heutigen Teenager, die ständig eine Schirmmütze auf dem Kopf tragen, den Hosenboden auf Höhe der Knie haben und eine Socke über das Hosenbein ziehen. Ist das etwa keine Zeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe? Eine «Religion», oder einfach auch nur eine bestimmte Weltanschauung, kann sich eben auf sehr unterschiedliche Weise zum Ausdruck bringen&#8230;</p>
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		<title>Von: Ate</title>
		<link>http://www.augenreiberei.ch/2009/11/26/fur-unentschlossene-wahlende/comment-page-1/#comment-923</link>
		<dc:creator>Ate</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 17:04:44 +0000</pubDate>
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		<description>Nun bin ich doch recht überrascht. Von einem hauchdünnen Ja ging ich gestern aus, obwohl ich eher ein Nein vermutete.

Nur, was nützt dieses Ja? Die muslimischen Väter werden weiterhin ihre Mädchen vom Schwimmunterricht fernhalten wollen (doch Titus, das gibts noch z.B. Schaffhausen), es wird weiterhin Zwangsehen, Beschneidungen und Ehrenmorde geben. Die Muslima läuft weiterhin im Kopftuch rum. Kennst Du die Geschichte vom Kopftuch? Frauen  beschwerten sich bei Mohammed weil sie auf der Strasse von Männern belästigt wurden. Daraufhin empfahl Mohammed den Frauen, ab einer gewissen Abendstunde ein Kopftuch zu tragen, damit sie sich von den Prostituierten unterscheiden würden. Lang, lang ists her!

Eine Umfrage von Muslimen in der Schweiz ist mir nicht bekannt, hingegen habe ich von solchen in Österreich und Deutschland gelesen.
Österreich: Ein Fünftel der Befragten hält Demokratie und Islam für unvereinbar. Fast jeder Fünfte (18,2%) erachtet die Todestrafe als eine gerechte Sühne für den Abfall vom Islam. Jeder Dritte (32,7%) lehnt rechtsstaatliche Prinzipien ab und jeder Elfte (8,5%) äusserte Verständnis dafür, wenn zur Verbreitung des Islam Gewalt angewendet wird.

Deutschland: 44% äusserten die Überzeugung, dass Muslime ins Paradies kommen, wenn sie im bewaffneten Kampf für den Glauben sterben. 14% von denen knapp 40% einen deutschen Pass haben, stünden mit der Rechtsstaatlichkeit auf Kriegsfuss und zeigten eine problematische Distanz zur Demokratie. Diese Studie (befragt wurden 1750 Muslime) orndet 40% der in Deutschland lebenden Muslime aus fundamental orientiert ein.

Wir wollen gar nicht verstehen schreibst Du. Deshalb fand ich es interessant, dass erst mit dem Plakatverbot diese Initiative zu Thema wurde, sich die Leute mit dem Islam auseinandersetzten(die einen wie ich, halt ein bisschen mehr, die anderen weniger) und deshalb bin ich der Meinung, dass dieses heutige Ja im Grunde genommen den Gegnern zu verdanken ist.

Hooligans und Linksextreme richten Schäden an, das ist bekannt, aber gib mir ein Beispiel indem Rechsextreme Schäden anrichteten.

Ich bin gar nicht überzeugt, dass es eine Alternative für diese 5000 Stellen gegeben hätte. Auch denke ich nicht, dass sie bereits am Montag schon auf der Strasse gestanden wären. Aber irgendwann dann doch halt mal. Ich wäre auch für einen Exportstopp, aber dann bitte mit einer besseren Initiative wie der bisherigen. Wieviel nimmt die Schweiz eigentlich durch solche Exporte ein? Sinds Promille?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich doch recht überrascht. Von einem hauchdünnen Ja ging ich gestern aus, obwohl ich eher ein Nein vermutete.</p>
<p>Nur, was nützt dieses Ja? Die muslimischen Väter werden weiterhin ihre Mädchen vom Schwimmunterricht fernhalten wollen (doch Titus, das gibts noch z.B. Schaffhausen), es wird weiterhin Zwangsehen, Beschneidungen und Ehrenmorde geben. Die Muslima läuft weiterhin im Kopftuch rum. Kennst Du die Geschichte vom Kopftuch? Frauen  beschwerten sich bei Mohammed weil sie auf der Strasse von Männern belästigt wurden. Daraufhin empfahl Mohammed den Frauen, ab einer gewissen Abendstunde ein Kopftuch zu tragen, damit sie sich von den Prostituierten unterscheiden würden. Lang, lang ists her!</p>
<p>Eine Umfrage von Muslimen in der Schweiz ist mir nicht bekannt, hingegen habe ich von solchen in Österreich und Deutschland gelesen.<br />
Österreich: Ein Fünftel der Befragten hält Demokratie und Islam für unvereinbar. Fast jeder Fünfte (18,2%) erachtet die Todestrafe als eine gerechte Sühne für den Abfall vom Islam. Jeder Dritte (32,7%) lehnt rechtsstaatliche Prinzipien ab und jeder Elfte (8,5%) äusserte Verständnis dafür, wenn zur Verbreitung des Islam Gewalt angewendet wird.</p>
<p>Deutschland: 44% äusserten die Überzeugung, dass Muslime ins Paradies kommen, wenn sie im bewaffneten Kampf für den Glauben sterben. 14% von denen knapp 40% einen deutschen Pass haben, stünden mit der Rechtsstaatlichkeit auf Kriegsfuss und zeigten eine problematische Distanz zur Demokratie. Diese Studie (befragt wurden 1750 Muslime) orndet 40% der in Deutschland lebenden Muslime aus fundamental orientiert ein.</p>
<p>Wir wollen gar nicht verstehen schreibst Du. Deshalb fand ich es interessant, dass erst mit dem Plakatverbot diese Initiative zu Thema wurde, sich die Leute mit dem Islam auseinandersetzten(die einen wie ich, halt ein bisschen mehr, die anderen weniger) und deshalb bin ich der Meinung, dass dieses heutige Ja im Grunde genommen den Gegnern zu verdanken ist.</p>
<p>Hooligans und Linksextreme richten Schäden an, das ist bekannt, aber gib mir ein Beispiel indem Rechsextreme Schäden anrichteten.</p>
<p>Ich bin gar nicht überzeugt, dass es eine Alternative für diese 5000 Stellen gegeben hätte. Auch denke ich nicht, dass sie bereits am Montag schon auf der Strasse gestanden wären. Aber irgendwann dann doch halt mal. Ich wäre auch für einen Exportstopp, aber dann bitte mit einer besseren Initiative wie der bisherigen. Wieviel nimmt die Schweiz eigentlich durch solche Exporte ein? Sinds Promille?</p>
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		<title>Von: Titus</title>
		<link>http://www.augenreiberei.ch/2009/11/26/fur-unentschlossene-wahlende/comment-page-1/#comment-919</link>
		<dc:creator>Titus</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 23:58:21 +0000</pubDate>
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		<description>Vorab: Schön, wieder einmal von Dir zu lesen.

Es gibt ein Nein zur Minarett-Initiative, das heisst, sie wird nicht angenommen. Der Ja-Anteil wird aber vermutlich relativ hoch sein.

Wieso soll diese Initiative mit neuem Inhalt wieder vors Volk? Was soll denn der neue Inhalt sein? Alle Muslime raus?

Bis dato haben Hooligans und Links- wie Rechtsextreme (siehe WTO in Genf) hierzulande mehr Schaden angerichtet als vermeindlich fundamentalistische Extremisten. Gegen Letztere ist vorzugehen, ebenso gegen fundamentalistische Strömungen innerhalb einer Glauensgemeinschaft (womit ich auch die anderen Religionen meine). Doch mit einem Verbot von Minaretten erreicht man das nicht. 

Ich denke, wir müssen die Dinge zuerst verstehen, um dann auch die richtigen Massnahmen ergreifen zu können. Das Schlimmste scheint mir allerdings, dass wir gar nicht erst verstehen wollen...

Zu den Waffen-Exporten: Wie schon &lt;a href=&quot;http://www.augenreiberei.ch/2009/11/24/exportierte-verantwortung/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; erwähnte, stimme ich Dir durchaus zu, dass es keinen Weltfrieden gibt, wenn die Schweiz keine Waffen mehr exportiert und das bestimmt ein anderes Land in die «Lücke» springt.

Aber, dieses andere Land springt auch dann in die Lücke, wenn wir ein Exportgesuch ablehnen. Oder anders gesagt: Wer Waffen will, bekommt diese auf die eine oder andere Weise...

Die zentrale Frage ist für mich, wie es mit unserem Gewissen steht. Wasser predigen und Wein trinken - oder eben Friedensförderung betreiben und Waffen exportieren, das passt einfach nicht zusammen. 

Und: Wir könnten auch zur Zielscheibe werden, wenn wir Waffen an eine Partei gar nicht liefern oder nur an eine bestimmte Konfliktpartei liefern. 

Wenn wir wirklich so neutral sind, wie wir immer meinen, dann halten wir uns Waffen-mässig raus und bieten stattdessen unsere guten Dienste als Vermittlerin an.

Ich bin überzeugt, dass es sehr gute Alternative für die rund 5000 Stellen gibt. Wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg... Im Übrigen unterstützt die Initiative die «Umrüstung» auf zivile Güter während 10 Jahren. Bei einem Ja zur Initiative stehen somit am Montag nicht plötzlich 5000 Leute mehr auf der Strasse. </description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vorab: Schön, wieder einmal von Dir zu lesen.</p>
<p>Es gibt ein Nein zur Minarett-Initiative, das heisst, sie wird nicht angenommen. Der Ja-Anteil wird aber vermutlich relativ hoch sein.</p>
<p>Wieso soll diese Initiative mit neuem Inhalt wieder vors Volk? Was soll denn der neue Inhalt sein? Alle Muslime raus?</p>
<p>Bis dato haben Hooligans und Links- wie Rechtsextreme (siehe WTO in Genf) hierzulande mehr Schaden angerichtet als vermeindlich fundamentalistische Extremisten. Gegen Letztere ist vorzugehen, ebenso gegen fundamentalistische Strömungen innerhalb einer Glauensgemeinschaft (womit ich auch die anderen Religionen meine). Doch mit einem Verbot von Minaretten erreicht man das nicht. </p>
<p>Ich denke, wir müssen die Dinge zuerst verstehen, um dann auch die richtigen Massnahmen ergreifen zu können. Das Schlimmste scheint mir allerdings, dass wir gar nicht erst verstehen wollen&#8230;</p>
<p>Zu den Waffen-Exporten: Wie schon <a href="http://www.augenreiberei.ch/2009/11/24/exportierte-verantwortung/" rel="nofollow">hier</a> erwähnte, stimme ich Dir durchaus zu, dass es keinen Weltfrieden gibt, wenn die Schweiz keine Waffen mehr exportiert und das bestimmt ein anderes Land in die «Lücke» springt.</p>
<p>Aber, dieses andere Land springt auch dann in die Lücke, wenn wir ein Exportgesuch ablehnen. Oder anders gesagt: Wer Waffen will, bekommt diese auf die eine oder andere Weise&#8230;</p>
<p>Die zentrale Frage ist für mich, wie es mit unserem Gewissen steht. Wasser predigen und Wein trinken &#8211; oder eben Friedensförderung betreiben und Waffen exportieren, das passt einfach nicht zusammen. </p>
<p>Und: Wir könnten auch zur Zielscheibe werden, wenn wir Waffen an eine Partei gar nicht liefern oder nur an eine bestimmte Konfliktpartei liefern. </p>
<p>Wenn wir wirklich so neutral sind, wie wir immer meinen, dann halten wir uns Waffen-mässig raus und bieten stattdessen unsere guten Dienste als Vermittlerin an.</p>
<p>Ich bin überzeugt, dass es sehr gute Alternative für die rund 5000 Stellen gibt. Wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg&#8230; Im Übrigen unterstützt die Initiative die «Umrüstung» auf zivile Güter während 10 Jahren. Bei einem Ja zur Initiative stehen somit am Montag nicht plötzlich 5000 Leute mehr auf der Strasse.</p>
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