Uranabbau: Strahlender Schein, radioaktives Sein

Unternehmen im Bereich Uranabbau pflegen gerne ein Saubermann-Image. Es besteht jedoch eine grosse Differenz zwischen dem Schein und dem Sein.

Die französische Areva-Gruppe ist ein Tausendsassa in Sachen Atomstrom. Sie baut AKWs oder rüstet diese technisch aus, betreibt die berühmten Castor-Transporte nach Gorleben, bereitet abgebrannte Brennstäbe in La Hague wieder auf (auch solche aus der Schweiz), verschmutzt dabei das Wasser im Ärmelkanal sowie die Luft in der ganzen Region radioaktiv und befördert geschätzte 13 Prozent des französischen, radioaktiven Mülls in die sibirische und radioaktiv verschmutzte Stadt Sewersk.

Strahlender Schein

Schon allein diese Tätigkeit hinterlassen Spuren, radioaktive Spuren, ergo kämpft man Hollywood-mässig für ein besseres Image:

Es gibt zu diesem einminütigen Werbespot sogar ein siebenminütiges Making of-Video, aus welchem auch entnommen werden kann, dass sogar die Musik im Spot extra durch ein Orchester eingespielt wurde. Man hat demnach keinen Aufwand gescheut.

Doch so sehr man hier auch freizügig Einblicke in die Herstellung dieses Videos gibt; interessanter wären sieben Minuten zu jenem Geschäftsbereich gewesen, den Areva auch betreibt, der aber in der Auflistung oben noch nicht erwähnt wurde: Dem für den Betrieb von AKWs unabdingbaren Abbau von Uran.

Radioaktives Sein

Weil das Areva selber nicht tut, machen es eben in rund sieben Minuten andere, unabhängigere Stellen, wie zum Beispiel das ARD-Magazin «Kontraste» vom 16.09.2010:

Wie Greenpeace kürzlich aufdeckte, bezogen Schweizer AKWs in der Vergangenheit aber auch Uran aus dem russischen Majak, einer Stadt, welche inzwischen ebenfalls hochgradig mit Radioaktivität verschmutzt ist.

Je intensiver man sich mit der Frage auseinandersetzt, woher das Uran von welchem AKW stammt, desto grösser wird die Erkenntnis, dass darüber niemand richtig Bescheid weiss, ja sogar dass darüber niemand so genau Bescheid wissen möchte, weil es unangenehm werden könnte.

Selbst wenn ein Brennstofflieferant wie die Areva schriftlich bestätigen würde, dass das in der Schweiz verwendete Uran aus «sauberen» Quellen stamme, so kann das letzten Endes niemand überprüfen.

Alles wird geprüft – nur nicht die Uran-Herkunft

Diese Unsicherheit über die Herkunft des Urans überrascht. Denn: Für den Bau eines neuen AKWs werden schon zur Klärung und Sicherung von sicherheitsrelevanten Aspekte Jahre gebraucht. Zudem gibt es das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI, welches jedem noch so kleinen Vorfall in einem AKW nachgeht.

Doch trotz all diesen vor allem auf die Schweiz ausgelegten Sicherheitsprüfungen scheint es niemand für nötig zu halten, die Herkunft sowie die Abbaubedingungen des Urans und die Bedingungen betreffend Aufbereitung der Brennstäbe zu prüfen.

Auch wenn uns Werbespots wie oben vorgaukeln wollen, wie klimafreundlich und «sauber» Atomstrom doch sei: Das Geschäft mit Atomstrom ist vom Abbau bis zur weltweit ungeklärten Endlagerung ein dreckiges Geschäft.

P.S. Areva schaffte es übrigens im Rahmen des «Public Eye Awards» von 2008 wegen radioaktiv verseuchten, nigerianischen Minenarbeitern in die «Hall of shame».

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