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	<title>Augenreiberei, die; -, -en &#187; In eigener Sache</title>
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		<title>Ausgebloggt?</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 05:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Sprenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsvielfalt]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich sollte das hier mein letzter Blog-Beitrag sein. Es ist der 500. Beitrag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eigentlich sollte das hier mein letzter Blog-Beitrag sein. Es ist der 500. Beitrag.</strong></p>
<p>Diese Zahl habe ich mir zum Ziel gesetzt um nach unzähligen Zwischenbilanzen definitiv Bilanz zu ziehen und über die weitere Zukunft dieses Blogs zu entscheiden. Und diese Bilanz sieht enttäuschend aus.</p>
<p><span id="more-10043"></span></p>
<p>Natürlich gibt es auch positive Punkte in dieser Bilanz. Dafür klopfe ich mir dann bei Gelegenheit selber einmal auf die Schultern, das brauche ich hier nicht öffentlich zu tun.</p>
<p>Dennoch überwiegt die Enttäuschung. Die Enttäuschung darüber, dass es mir trotz 500 Beiträgen und einem Erscheinungsrhythmus von durchschnittlich zwei Tagen nicht gelungen ist, eine immer grösser werdende Leserschaft zu gewinnen.</p>
<p>Um nicht missverstanden zu werden: Ginge es mir nur um eine möglichst grosse Anzahl, müsste ich das Genre wechseln. Sport, technische Gadgets oder Klatsch und Tratsch ziehen da eher.</p>
<p>Nein, ich bin enttäuscht darüber, dass trotz immer monotonerer Meinungsmache und Berichterstattung in den Massenmedien kaum mehr Menschen nach Alternativen suchen. Sie geben sich stattdessen mit den vorgefertigten Meinungen Dritter in den besagten Medien zufrieden. Dabei kennen sie diese «Dritten» häufig nicht einmal, und hinterfragt werden die so verbreiteten Meinungen vielfach auch nicht.</p>
<p>Zudem bietet beispielsweise je ein Beitrag von fünf unterschiedlichen Bloggern zum gleichen Thema wohl zwar mehr Meinungsvielfalt als wenn fünf Massenmedien das gleiche Thema behandeln würden. Doch das scheint nicht gefragt zu sein, vermutlich weil es einfacher ist, eine Meinung einzuordnen (und dafür oder dagegen zu sein) als deren fünf&#8230;</p>
<p>Bei rein sachlicher Betrachtung des Aufwands, den ich hier bisher betrieben habe und des Nutzens, den einige meiner Besucher daraus vielleicht ziehen, stelle ich ein beachtliches Missverhältnis fest. Das mag der Preis sein, den man in der Anfangsphase zu zahlen hat. Doch nach 500 Beiträge sollte dieses Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen «gefühlsmässig» schon übereinstimmen.</p>
<p>Gewiss, den Nutzen kann ich nicht vollständig abschätzen. Aufgrund des geringen Feedbacks vor, aber auch hinter den Kulissen, wie auch aufgrund der konstanten Anzahl Besucher, scheint dieser aber nicht sonderlich gross zu sein.</p>
<p>So betrachtet müsste ich sofort einen Schlussstrich ziehen, sodass sich dieses Blog zu jenen einreiht, welche seit einigen Monaten am Verwaisen sind (obschon darin früher regelmässig etwas Neues zu lesen war).</p>
<p>Da ich aber wohl kaum ganz auf die Finger sitzen kann, wird es voraussichtlich weiterhin etwa einen Beitrag pro Woche geben. Das ist immer noch mehr als viele andere publizieren und lässt mir dennoch mehr Raum für Neues.</p>
<p>Und sollte jemand (Blogger oder nicht) Interesse an einem gemeinschaftlich betriebenen Blog haben, so ganz nach dem Motto «geteiltes Leid ist halbes Leid», soll er oder sie sich <a title=\"Impressum/Kontakt\" href="http://www.augenreiberei.ch/WP271/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5hdWdlbnJlaWJlcmVpLmNoL2Fib3V0L2ltcHJlc3N1bWtvbnRha3Qv">bitte melden</a>.</p>
<p><strong>Den regelmässigen Leserinnen und Lesern danke ich für ihre Treue im ablaufenden Jahr und wünsche allen das Beste fürs neue Jahr!</strong></p>
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		<title>Die Augenreiberei «behind the scenes»</title>
		<link>http://www.augenreiberei.ch/2011/05/05/die-augenreiberei-%c2%abbehind-the-scenes%c2%bb/</link>
		<comments>http://www.augenreiberei.ch/2011/05/05/die-augenreiberei-%c2%abbehind-the-scenes%c2%bb/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 May 2011 10:57:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Sprenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Augenreiberei]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[Jubiläum]]></category>

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		<description><![CDATA[Nichts ist einfacher, als über sich selbst zu schreiben. Weil die Augenreiberei heute seit zwei Jahren besteht, gibt es für einmal einen «Blick hinter die Kulissen».]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nichts ist einfacher, als über sich selbst zu schreiben. Weil die Augenreiberei heute ihren zweiten Geburtstag feiert, gibt es für einmal einen selbstreferentiellen «Blick hinter die Kulissen».</strong></p>
<p>Es soll Leute geben, die die Arbeit hinter einem Blog und dessen Beiträgen <a href="http://www.augenreiberei.ch/WP271/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL3d3dy5hdWdlbnJlaWJlcmVpLmNoLzIwMTEvMDUvMDQvdW5kLWV3aWctbG9ja3QtZGVyLXZlcmdsZWljaC8=">masslos unterschätzen</a>. Von zufälliger und unabgesprochener Themenwahl, mangelndem Ehrgeiz, abschreiben bei anderen, fehlenden Fakten und nur dem Wiedergeben der eigenen Meinung, von gedankenlosem Hinausfeuern irgendwelcher Texte, fehlender Wahrnehmung von Pflichten und der Verantwortung für seine Texte und von nicht vorhandenem Stress ist da etwa die Rede.</p>
<h6><span id="more-8332"></span></h6>
<h2>Auf der Suche nach Antworten</h2>
<p>Solche Blogs mag es geben. Dies jedoch von allen Blogs zu behaupten, ist nicht bloss nur eine dumme Verallgemeinerung, sondern stimmt ganz einfach nicht.</p>
<p>Wenn ich nachfolgend relativ offen beschreibe, wie ein Beitrag hier entsteht, so tue ich das nicht im schulterklopfenden Sinne. Ich tue es auch aus der Überzeugung heraus, dass es andernorts mindestens auf mentaler Ebene auch so oder ähnlich abläuft &#8211; vielleicht etwas intensiver, vielleicht etwas weniger intensiv und vielleicht nicht so schulmeisterlich und strukturiert, wie sich das unten präsentiert.</p>
<p>Vorab noch ein Wort zur Motivation und dem angeblich mangelnden Ehrgeiz von Bloggenden. Eine Redewendung besagt, dass der Applaus des Künstlers Brot sei. Würden sich Bloggende tatsächlich nach dem richten, würden sie hierzulande kläglich verhungern. Deshalb tut jeder gut daran, sich nach etwas anderem zu richten als nach dem Applaus.</p>
<p>In meinem Fall ist es die Suche nach Antworten. Sollte ich auf solche stossen, so könnte ich diese für mich behalten &#8211; oder eben über ein Blog an andere weitergeben. Manchmal hat eine Antwort auch nicht einen absoluten Charakter, sondern es ist nur eine unter vielen möglichen Antworten. In dem Fall kann diese eine unter vielen Antworten hier auf die Probe gestellt werden.</p>
<p>Ich unterscheide im Wesentlichen fünf Etappen bei der Erstellung eines Beitrags, wobei die Grenzen zwischen den Etappen nicht immer klar gezogen werden können:</p>
<ol>
<li>Themenwahl</li>
<li>Informationsbeschaffung</li>
<li>Reflexion</li>
<li>Schreibarbeit</li>
<li>Aufmachung</li>
</ol>
<h2>Themenwahl</h2>
<p>Bei der Themenwahl geht es immer um die folgenden beiden Optionen:</p>
<ul>
<li>Greife ich ein bereits bekanntes (Mainstream-)Thema oder einen Aspekt dazu auf und versuche, dieses Thema oder diesen Aspekt zu vertiefen, weil mir das bisher Gehörte, Gesehene oder Gelesen (noch) nicht reicht oder</li>
<li>greife ich ein komplett neues, «unabhängiges» Thema auf?</li>
</ul>
<p>Wie bereits erwähnt, gibt es manchmal fliessende Grenzen zwischen den Etappen. Hier liegt so eine vor gegenüber der Informationsbeschaffung. Konkret: Finden sich keine Informationen zu einem Thema oder einem Aspekt oder «brennt» man bei einer Nachfrage nach Informationen an, lautet die Devise: Zurück auf Feld 1.</p>
<p>Das heisst auch, dass gewisse Themen von langer Hand geplant sein können und nicht so zufällig gewählt werden, wie das einige vielleicht denken. Es heisst aber auch, dass gewisse Themen fallen gelassen werden müssen, weil da nichts ist, obschon man meinte, da wäre etwas.</p>
<p>Über diese «Leerläufe» &#8211; sie halten sich in Grenzen - erfährt niemand etwas, genauso wie auch niemand etwas davon erfährt, dass es bei gewissen Themen durchaus Gespräche im Hintergrund mit anderen Bloggenden oder mit Mitlesern geben kann. Ganz so einsame Pfadfinder, wie das selbsternannte «professionelle Beobachter» glauben, sind Bloggende dann doch nicht.</p>
<p>Die Themenwahl wird auch bestimmt durch die zeitlichen Ressourcen. Es gibt immer mehr Themen, die man aufgreifen möchte, als man aus zeitlichen Gründen behandeln kann.</p>
<p>Allerdings: Ein Blog muss nicht tagesaktuell sein. Das erlaubt, auch noch Tage oder Wochen später ein Thema zu vertiefen, welches nicht mehr aktuell ist. Das ist auch nicht so schlecht, denn die Halbwertszeit gewisser Ereignisse ist in den «etablierten Medien» manchmal viel zu kurz um sich auch einige reflektierende Gedanken über diese Ereignisse machen zu können.</p>
<h2>Informationsbeschaffung</h2>
<p>Ich suche nach Antworten, und die finde ich nicht, indem ich nur Dinge «aus dem Bauch heraus» in die Welt hinaus posaune. Die finde ich für gewisse Themen nur, indem ich mich mit dem jeweiligen Thema auseinandersetze und mich darüber informiere.</p>
<p>In dieser Etappe geht es um die Suche nach Fakten und zwar möglichst an der Quelle. Letzteres ist aus zeitlichen Gründen nicht immer möglich, da ich nicht immer an der Quelle nach einer Bestätigung einer Information aus einer Zweitquelle nachfragen kann. So kann es dann mit Bezug auf eine (verlinkte) Zweitquelle vorsichtshalber schon einmal heissen: «&#8230;es scheint, dass&#8230;», «&#8230;er liess kürzlich verlauten, dass&#8230;»,  «&#8230;glaubt man dem, was&#8230;» usw.</p>
<p>Die Informationsbeschaffung ist nicht zuletzt wegen des breiten Spektrums der hier häufig behandelten Schwerpunktthemen Politik und gesellschaftliche Entwicklung äusserst zeitintensiv. Darum finden sich hier immer wieder auch eher reflektierende als recherchierende Beiträge, welche mich vordergründig glauben lassen, diese zeitintensive Etappe der Informationsbeschaffung «umgehen» zu können.</p>
<p>Weil damit aber häufig auch eine Art Begründungspflicht einhergeht um so den Lesenden zu verdeutlichen, weshalb ich auf diese oder jene Überlegung gekommen bin, besteht schnell einmal die Gefahr, eine Behauptung aufzustellen. Darum komme ich vielfach dann doch nicht darum herum, mich übers eine oder andere Detail zu informieren, bevor ich irgendwelche Schlüsse ziehe.</p>
<h2>Reflexion</h2>
<p>Hier geht es im Anschluss an die Informationsbeschaffung um die folgenden Punkte:</p>
<ul>
<li>Was habe ich von wem wie und wo erfahren? Was will mir der Urheber sagen?</li>
<li>Warum will mir der Urheber genau das sagen?</li>
<li>Was sagt mir der Urheber nicht? Was vermisse ich?</li>
<li>Warum sagt mir der Urherber etwas nicht? Was könnten mögliche Gründe dafür sein?</li>
<li>Welche Aspekte aus dem, was ich erfahren habe, aus dem, was ich nicht erfahren habe und aus dem, was ich mir überlegt habe, will ich (zusammenfassend) aufnehmen ohne durch mögliche Weglassungen (weil zusammenfassend) den Sinn zu entstellen?</li>
</ul>
<p>Auch hier kann ich nicht immer eine klare Grenze zur nächsten Etappe ziehen, dem eigentlichen Schreiben des Beitrags. Oftmals wird man sich erst dann einer Sache bewusst, wenn man diese versucht, in Worte zu fassen und dabei über einen Punkt stolpert, den ich noch nicht ganz zu Ende gedacht habe (oder den ich nicht so schreiben kann, wie ursprünglich beabsichtigt).</p>
<h2>Schreibarbeit</h2>
<p>Einfacher wäre es ja, wenn man tatsächlich nur irgendwo etwas abschreiben könnte. Copy-Paste kommt in der Augenreiberei aber nur für Zitate zur Anwendung.</p>
<p>Das, was man zuvor erfahren, sich überlegt hat und «rüber bringen» will, das in Worte zu fassen und in eine einigermassen logische Struktur und «in einen Guss» zu bringen, ist für mich nicht selten harte Knochenarbeit.</p>
<p>Die Freiheit zu haben, in der Länge keinem Limit zu unterstehen, ist dabei manchmal Fluch und Segen zugleich. So können Details aufgegriffen werden, die bei einer Längenlimite als nicht relevant taxiert würden, die es aber manchmal «in sich haben», insbesondere wenn eine Reihe solcher Details auftauchen, die als Gesamtes ein anderes als das «detaillose» Bild abgeben. Aber man kann sich auch in Details verrennen und muss dann wieder den Weg zurückfinden.</p>
<p>Zur Schreibarbeit gehört vor allem auch das Verschärfen oder Abschwächen von Aussagen, denn: Narrenfreiheit gibt es auch für Blogs nicht, sie unterstehen ebenso dem geltenden Recht wie alle Beiträge, welche über andere Medien an die Öffentlichkeit gelangen. Üble Nachrede oder verleumderische Aussagen wären auch in Blogs möglich, können geahndet werden und sind darum vorzugsweise zu vermeiden&#8230;</p>
<p>Das gilt für mich aus Prinzip in gleicher Weise für Kommentare. Ich biete hier keine Plattform an, um andere über Gebühr «schlecht» zu machen. Wer das machen will, soll sich ein eigenes Blog aufbauen.</p>
<p>Was ich bezüglich «Schärfe» des Tons in Beiträgen und Kommentaren empfehlen kann, ist die folgende Faustregel: Schreibe die Dinge nur so, wie Du sie den Betroffenen bestimmt aber respektvoll auch direkt ins Gesicht sagen könntest. Man ereifert sich manchmal ja gar zu schnell ob einer Sache, wenn man nur einen Bildschirm vor sich sieht&#8230;</p>
<h2>Aufmachung</h2>
<p>Diese letzte Etappe ist auch nicht ganz ohne. Hier geht es darum, den Titel zu setzen (oder ihn anzupassen), Zwischentitel zu setzen um aufzulockern und zum «Dranbleiben» zu animieren, eine kurze Einleitung zu schreiben, mindestens die wichtigsten Fakten als Beleg dafür, dass man sich diese nicht aus den Finger gesaugt hat, zu verlinken und Tabellen, Bilder oder meistens selbsterstellte Grafiken einzubinden und gegebenenfalls mit einer kurzen Beschreibung zu versehen.</p>
<p>Schliesslich folgt das wiederholte Durchlesen und Abrunden des Textes. Manche Fehler schleichen sich trotzdem ein und manchmal «holpert» ein Text trotzdem etwas. Das ist Absicht, denn schliesslich soll man auch noch sehen, dass dies ein privates Blog ist <img src='http://www.augenreiberei.ch/WP271/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  .</p>
<h2>Keine «5-Minuten-Übung»</h2>
<p>Die Zeit, welche ich fürs Bloggen aufwende, ist ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis. Doch soviel sei gesagt: Kein einziger Artikel ist in fünf Minuten erstellt. Nur schon das «Einarbeiten» in ein Thema mittels Suche und Sichtung von Unterlagen im Rahmen der Informationsbeschaffung kann in die Stunden gehen.</p>
<p>Über etwas zu schreiben, das ich nicht oder nicht vollständig gelesen habe, halte ich für gefährlich, denn wenn ich nicht bloss eine halbe Antwort finden will, muss ich auch bereit sein, mich mit jenen Details zu beschäftigen, in denen manchmal der Teufel steckt.</p>
<p>Halbwahrheiten oder Unausgesprochenes finden sich schliesslich anderswo schon zur Genüge&#8230;</p>
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		</item>
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		<title>Offener Brief ans Jahr 2010</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 05:30:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Titus Sprenger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenzwinker]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[Jahreswechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Offener Brief ans Jahr 2010]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Liebes Jahr 2010</strong></p>
<p>Nun liegst Du also vor &#8211; nein, nun liegst Du in den letzten Atemzügen bald hinter mir, was ich zum Anlass nehme, noch einige Worte an Dich zu wenden, bevor Du ganz von uns gegangen sein wirst.</p>
<p>Ich sag‘ es ganz undiplomatisch: Ich werde Dich nicht vermissen. Genauso wie Deine Vorgänger hast auch Du mich ein Jahr älter werden lassen. So gesehen fällt es mir schwer, mich dafür bei Dir zu bedanken &#8211; die Welt kennt schliesslich schon genug Heuchler.</p>
<h6><span id="more-7081"></span></h6>
<p>Obschon mein Anlage- und Finanzberater zurzeit in den Ferien weilt (er hat etwas von Einbezug seines Bonus erwähnt), wage ich die Behauptung, dass Du mich auch hast ärmer werden lassen. Du bist nämlich teurer ausgefallen als Dein Vorgänger und dies ohne entsprechende Kompensation auf der Einnahmenseite.</p>
<p>Nur dank Effizienzsteigerungen und einschneidenden Sparmassnahmen (diese Ausdrücken gehören zwingend zu jedem <a href="http://www.augenreiberei.ch/WP271/wp-content/plugins/wordpress-feed-statistics/feed-statistics.php?url=aHR0cDovL2RlLndpa2lwZWRpYS5vcmcvd2lraS9CdXp6d29yZC1CaW5nbw==" target=\"_blank\">Bullshit-Bingo</a>!) konnte ich schliesslich meine Kaufkraft halten. Um weiter Ressourcen zu sparen habe ich im Sommer sogar nur halb so lange Hosen und Shirts getragen. Ebenfalls hatte ich während dieser Zeit aufs Tragen von Socken verzichtet und um Shampoo zu sparen, liess ich auch meine Haare nie zu lange wachsen.</p>
<p>Zeitweise stand sogar zur Diskussion, ob ich mich nicht gleich selber entlassen soll um so den grössten Aufwandsposten eliminieren zu können. Und obschon sich schon zu Beginn des Jahres eine jämmerliche Eigenkapitalrendite abzeichnete, hatte ich als mein Verwaltungsratspräsident und CEO dann doch ein Einsehen mit mir selbst und habe von einer Kündigung abgesehen. Das ersparte mir auch langwierige Verhandlungen mit den Gewerkschaften.</p>
<p>Unzufrieden mit Dir bin ich aber vor allem auch wegen der Entwicklung auf politischer Ebene im In- und Ausland. Kannst Du mir nur eine Hand voll Dinge nennen, die sich da irgendwie verbessert haben sollen?</p>
<p>Gerade in diesen letzten Tagen des Jahres gabst Du ja nochmals kräftig Gas in Sachen Konflikte: Streiks, Bombenterror, Verhaftung vermeintlicher Terror-Verdächtiger, Korea-Konflikt, Elfenbeinküste, &#8230;</p>
<p>Als Supplement legst Du noch einige wetterbedingte Ereignisse oben drauf wie ausserordentlich kalte Temperaturen, Unmengen an Schnee, Eisregen usw. Aber Salz für die Strassen und Enteisungsmittel für die Aufrechterhaltung unserer Mobilitätsgesellschaft lässt Du dann wieder nicht vom Himmel fallen, sodass alles nur noch schlimmer wird. Es fehlte Dir eben immer schon das nötige Feingefühl.</p>
<p>Dabei spreche ich bloss von den Ereignissen der letzten Tage. Glaub&#8217; nun ja nicht, ich hätte die Hitzewelle und Feuersbrunst um Moskau, das Erdbeben und die Unwetter in Haiti wie auch in Pakistan bereits vergessen, um nur einige Beispiele zu nennen. Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wir mir: Es wird wirklich höchste Zeit, dass Du bald von der Bildfläche verschwindest!</p>
<p>Ich will aber nicht nur undankbar sein. Auf der finanziellen Ebene hätte es auch schlimmer kommen können, also bin ich zufrieden mit dem, was ich habe. Anderen geht es bedeutend schlechter, selbst in der ach so reichen und doch rappenzählender Schweiz.</p>
<p>Zudem hast Du massgeblich dazu beigetragen, dass es hier in der Schweiz nächstens viel sicherer wird. Denn bald müssen wir uns nur noch vor jenen Ausländern mit nicht immer ganz unzweifelhafter Vergangenheit fürchten, die unter eine Pauschalbesteuerung fallen. Alle anderen werden ausgeschafft.</p>
<p>Auch hast Du mir 365 unfallfreie und von Krankheit verschonte Tage beschert. Selbst die Schweinegrippe konnte ich definitiv den Schweinen zum Frass vorwerfen, welche darob gar herrlich grunzten. Apropos: Du bist mir noch immer eine Antwort auf die Frage schuldig, ob der ganze Zirkus auch Mitschuld an den höheren Krankenkassen-Prämien hatte oder nicht.</p>
<p>Und schliesslich hast Du mich &#8211; wie übrigens auch schon Dein Vorgänger &#8211; etwas weiser werden lassen. Das hat mir zwar manchmal ein Haar grauer werden lassen, aber da drücke ich nun einfach ein Auge zu.</p>
<p>Ohne undankbar sein zu wollen lass&#8217; Dir abschliessend sagen: Ich weine Dir trotz allem mit keinem Auge eine Träne nach und hoffe wie schon in den Jahren zuvor, dass es Dein Nachfolger besser machen möge!</p>
<p>Liebe Grüsse<br />
Dein Zeitgenosse</p>
<p style="text-align: center;">________________________________________________________________________</p>
<p><strong>Liebe Leserinnen und Leser</strong></p>
<p>Bequem wäre es ja, einer so abstrakten Sache wie einem Jahr die Schuld für allerlei Ereignisse zuweisen zu können. Vieles liegt jedoch in den Händen von uns Menschen. Darum wird es auch im (Wahljahr) 2011 nicht an Themen für die Augenreiberei mangeln.</p>
<p>Für Ihre Treue bedanke ich mich ganz herzlich und wünsche Ihnen <strong>alles Gute fürs 2011</strong><strong>!</strong></p>
<p>Und wie es sich für den Jahreswechsel gehört: Hier noch das «Dinner for one» in einer nicht schlecht gemachten Plagiat-Version mit Miss Otti <img src='http://www.augenreiberei.ch/WP271/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="568" height="345" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/BC38bo8eqZQ?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="568" height="345" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/BC38bo8eqZQ?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="568" height="345" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube-nocookie.com/v/rcb5j8wZTg8?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="568" height="345" src="http://www.youtube-nocookie.com/v/rcb5j8wZTg8?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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