Ausschaffungsalltag statt Ausschaffungspolemik – dies zeigt ein Film, der am Mittwoch Abend ausgestrahlt wird.
Programmhinweise sind an dieser Stelle eher unüblich. Filmdokumente, die aber etwas zeigen, von dem kaum Notiz genommen wird, obwohl diese «Sache» täglich stattfindet, bilden eine Ausnahme. Dazu gehört der Film «Vol spécial» (Spezialflug) des Filmemachers Fernand Melgar.
Er zeigt keine Helden, so wie das die SVP schon im Voraus herbeizureden versucht. Vielmehr illustriert er den häufig zermürbenden und manchmal beklemmenden Alltag von abgewiesenen Asylsuchenden, die ausgeschafft werden sollen.
Damit gibt Melgar Einblicke in ein Thema, das hierzulande immer wieder heiss diskutiert wird – ohne dass viele wirklich eine Ahnung haben, was das für die Betroffenen genau bedeutet.
Darum reinschauen, hin- und hergerissen sein, nachdenken, Meinung bilden und bei Bedarf hier mitdiskutieren:
Sendung «Kulturplatz» am Mittwoch Abend, 28.03.2012, ab 22.20 h auf SF1, mit einer Stellungnahme von Bundesrätin Simonetta Sommaruga (der Film selbst läuft ab 22.55 h).
Weitere Informationen
- «Kulturplatz» (28.03.2012): Redaktionsseite zur Sendung
- Die Augenreiberei (20.09.2011): «Die weggesperrten Seelen»
Frankreichs Präsident Sarkozy will nach den Ereignissen in Toulouse Gesetze verschärfen. Bedenken, dass er dabei Frankreichs Motto der «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit» ritzt, scheint er keine zu haben.
Die Region um Toulouse hat nach der Tötung durch einen Attentäter von sieben Mensch, darunter drei Kindern, unbestritten eine Zeit grosser Ungewissheit durchgemacht. Es dürfte noch Jahre dauern, bis die dabei aufgerissenen Wunden verheilt sein werden – wenn überhaupt. Tote kann man bekanntlich nicht wieder zum Leben erwecken.
Die Medienfreiheit gibt allen Medien eine gewisse «Narrenfreiheit». Aber dürfen sich Medien ohne gesellschaftlichen Auftrag auch auf dieses Grundrecht berufen, wenn es gar nicht um dessen ursprünglichen Zweck geht?
Man kann von den SRG-Medien halten, was man will, doch in einem Punkt bieten sie gegenüber den Medienkonsumenten einen grossen Vorteil: Sie verfügen über einen klaren Auftrag. Dafür sorgen die Bundesverfassung, vor allem aber das Radio- und Fernsehgesetz und die darauf abgestützte Konzession.



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