Macht aus dem «Sauber»-Team ein Sauber-Team!

Ein grosser Formel 1-Fan war man in der Augenreiberei bisher noch nie. Das ist nicht etwa so, weil man die Leistungen jedes einzelnen Teammitglieds nicht zu schätzen wüsste. Nein, es ist vielmehr dieses doch relativ monotone immer-im-gleichen-Kreis-fahren, dieser Lärm, diesen Brennstoffverbrauch, dieser Umzugsaufwand von Rennstrecke zu Rennstrecke und nicht zuletzt auch diese unzähligen Millionen, welche dabei von A bis Z im Spiel sind.

In einer Epoche, wo jede und jeder auch ohne irgendeinen UN-Bericht feststellen kann, dass sich unser Klima verändert und verändert hat, in dieser Epoche ist es auch an der Zeit, dass jede Sportart sich fragen muss, wie nachhaltig und umweltverträglich sie ist.

Wirklich nur Vorwand?

Das sind genau die zwei Begriffe, welche BMW verwendete, um den Ausstieg aus der Formel 1 anzukündigen; die Formel 1 ist nicht nachhaltig und nicht umweltverträglich genug, um weiterhin zur neuen «sauberen» BMW-Strategie zu passen…

Sofort sind Stimmen zu hören, wonach dies nur ein Vorwand sei und der hauptsächliche Grund wohl eher darin liege, dass das BMW-Sauber-Team in dieser Saison enttäuscht hätte.

Bisher kein Umdenken bei der FIA

Doch es schlecht keine Geiss weg, dass die Fédération internationale de l’automobile FIA als Veranstalterin der Formel 1-Rennen die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt hat und so weiterfahren lässt, wie wenn es keine Klimaerwärmung gäbe oder wie wenn die Erdölvorkommen noch bis in alle Ewigkeit reichen würden.

Daran ändert sich auch nichts, dass die FIA auf einer separaten Website der Welt sagen will, wie sie, «die Welt»,  zur Umwelt mehr Sorge tragen kann. Vormachen ist gefragt statt nur mit einigen F1-Piloten auf diese Problematik zu zeigen.

Doch nicht nur der Treibstoff vor und während einem F1-Rennen ist enorm. Da sind auch Hundertschaften von Teammitgliedern und Tonnen von Material, welche für jedes neue Rennen von A nach B verschoben oder geflogen werden müssen. Die Energiebilanz dürfte insgesamt riesig sein. Da der Formel 1-Sport aber so beliebt ist, wagt es wohl kaum jemand, diesen Umstand ernsthaft anzuprangern oder gar Massnahmen zu fordern.

Da kommt es gelegen, dass ein Konstrukteur aussteigt. Wenn es BMW ernst meint mit der Nachhaltigkeit und der Umweltverträglichkeit, dann verdienen sie eine Medaille. Dafür müssten allerdings wohl auch noch andere Motorsport-Engagements von BMW neu ausgerichtet werden, welche heute ebenfalls nicht mit Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit brillieren…

Jetzt muss BMW den Beweis antreten

Eine zweite Medaille könnte BMW verdienen, wenn sie aus dem «Sauber»-Team ganz im Sinne von mehr Nachhaltigkeit und mehr Umweltverträglichkeit wirklich ein Sauber-Team macht, also ein Team, dass sich für «sauberere» Fahrzeuge engagiert. Denn BMW und Sauber haben in ihrer Werkstätte in Hinwil alles, was es braucht, um noch energieeffizientere Fahrzeuge zu entwickeln, namentlich den Windkanal und ein Heer an motivierten Spezialisten für jede Schraube und jeden verwendbaren Stoff.

Würde BMW heute diesen Weg gehen, wären ihnen deshalb die Medaillen beim Rennen um mehr Nachhaltigkeit gewiss.

Bleibt nur noch die Frage: Meint es BMW wirklich ernst mit der Nachhaltigkeit und der Umweltverträglichkeit, um die betroffenen BWM-Sauber-Mitarbeiter hoffentlich zu einem «Green Team» umzuformen?

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