Gut gemachte Filme von «kranken» Geistern

Manchmal gibt es Themen, da schaut man gerne einfach weg. Man muss ja nicht hinschauen. Doch mit dem Wegschauen löst sich das Thema und die dahinter stehende Motivation auch nicht einfach in Luft auf…

Es gibt Filme und Filme. Gute und schlechte, wie wir alle wissen. Von guten Menschen und solchen, welche – nun, nennen wir sie einfach einmal «entwicklungsbedürftig» sind…

Einer davon sitzt zurzeit in Auslieferungshaft in der Schweiz. Doch um den geht es nicht. Es geht eher um solche, die nicht unbedingt etwas Ungesetzliches gemacht haben und umgangssprachlich doch irgendwie «Verbrecher» sind.

Sie machen gute Filme, wobei «gut» im audiovisuellen Sinne zu verstehen ist, also keine verwackelten Amateuraufnahmen liefern mit einer lausigen Tonqualität, so wie man das gelegentlich zum Beispiel auf YouTube findet.

Zwei solcher Filme können nachfolgend angesehen werden, wobei sich bestimmt noch unzählige weitere derartige Filme finden lassen, sollte man nach ihnen suchen. In der Augenreiberei ist man eher zufällig auf sie gestossen. Sie sind frei auf YouTube abspielbar.

Trotzdem – sie haben die Grenze des guten Geschmacks weit überschritten und sollten Jugendlichen nicht gezeigt werden. Auch wenn Sie ein sensibles Gemüt haben, dann gucken Sie sich etwas Anderes an. Sie wurden hiermit gewarnt!

Sie brauchen auch nicht alles anzuschauen. Lassen Sie sich auch nicht davon täuschen, dass beide etwas Amüsantes haben – zumindest anfänglich. Es hat mehrfach Szenen drin, die gar nicht mehr lustig sind…

Video 1: «Pixar-Indigen»

Video 2: «The Horribly Slow Murderer with the Extremely Inefficient Weapon»

Frage: Wie «krank» muss der Geist dieser Filmemacher sein, um Zeit und Geld in solche Filme zu investieren? Was treibt diese an?

In der Augenreiberei ist man etwas ratlos ob solchen Menschen, die zwar gut in ihrem Handwerk sind und mit ihren Werkzeugen umzugehen wissen, also doch eine gewisse Intelligenz vorzuweisen haben, dann aber solchen – mit Verlaub – Bullshit produzieren.

Geht es solchen Menschen einfach zu gut, als dass sie sich nicht mit realen Geschichten auseinandersetzen mögen und derart destruktives Zeugs produzieren? Mangelt es ihnen an Realitätssinn oder – umgekehrt – wollen sie damit der Realität entweichen?

Weiss jemand Rat?

10 Antworten auf „Gut gemachte Filme von «kranken» Geistern“

  1. Naja, Parodie sollte durch’s Band etwas Humoristisches enthalten. Zu Beginn war’s auch ganz amüsant. Aber die weiteren «Missgeschicke» fand ich nicht mehr humorvoll… Parodie halte ich nicht für eine einfache Sache, schon gar nicht wenn sie über 10 Minuten andauern soll.

  2. Der erstere ist „Tom & Jerry“ für Erwachsene und der zweite ein Parodie von mehreren Genres, dass schlussendlich in Trash mündet.

    All dies ist gespickt mit einem Humor, den man mag, oder eben nicht. Aber nur weil hier die Protagonisten „blutig“ an Wände klatschen, praktiziert man ja sowas nicht zuhause mit seinem Hamster – da muss schon eher die Meersau der kleinen Schwester her… 😉

    Für die Macher solcher Werke ist dies meist eine Plattform, um Effekte, dass wirken von Perspektiven und das Spielen mit der Kamera ausprobiert und erlernt werden. Wenn man zum Beispiel bedenkt, dass ein gefeierter Macher von „Herr der Ringe“, Peter Jackson in seinen jungen Jahren mit Braindead (http://de.wikipedia.org/wiki/Braindead) einen ebenso blutrünstigen, wie humorvollen Film gemacht hat, der noch heute auf dem Index steht, weiss, was ich hiermit meine…

  3. «Tom & Jerry» für Erwachsene; nett formuliert… 😉

    Ich dachte mir auch, dass es ums Ausprobieren geht, und besonders beim ersten Film könnte man ja wirklich glauben, er wäre aus dem Hause Pixar.

    Ich erwarte keinen Film mit einer verklärt harmonischen Welt. Ich finde es nur einfach bedauerlich, dass man das vorhandene Talent nicht wenigstens dafür einsetzt, auch eine «sinnvolle» Botschaft zu vermitteln, denn das reale Leben bietet meiner Ansicht nach genügend Stoff (welches man ebenso effektvoll darstellen könnte). Es würde den Machern mehr Respekt verleihen. Bei diesen Filmen werden sich Produzenten hingegen eher fragen, ob und wen sie da wirklich engagieren soll…

  4. Viele solcher Filme haben schon auch eine Botschaft, zwischen den Zeilen oder noch versteckter… Ob diese sinnvoll ist, ist eine Definitionsfrage. Respekt muss man sich aber verdienen und da noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, wird dies Schritt für Schritt angegangen… Ein Kameramann ist halt vllt nur bedingt interessiert am Storyboard 😉

  5. Die Augenreiberei ist ein genialer Blog. Dieser Eintrag jedoch beweist, dass Titus vom Thema „Kultur“ besser die Finger lässt. Noch selten so eine kindisch-naive Rezension zu den genial-komischen Kurzfilmen gelesen, hinter denen riesige Mengen an Arbeit stehen und mir köstliche Minuten des Amusement und des Nachdenkens gespendet haben.

  6. Besten Dank für die Blumen – und die Schelte 😉

    Es wäre doch eine arg «pfludrige» Rezension, sollte es denn eine sein. Nein, den Beitrag habe ich bewusst unter «Gesellschaft» und nicht etwa unter «Kultur» abgelegt. Wie ich schon geschrieben hatte, finde ich auch, dass die Filmemacher gute Arbeit geleistet haben.

    Mir geht es um gewisse Szenen, zu welchen ich zu verstehen versuche, weshalb diese so ausgefallen sind.

    Tom & Jerry und viele weitere gezeichnete Helden gingen bekanntlich auch nicht besonders zimperlich miteinander um. Trotzdem sah man nie gleich aufgesplittete Köpfe und das Hirn darin. Solche expliziten Darstellungen wurden wohl auch bewusst weggelassen. Warum geht’s heute nicht mehr so? Warum muss man gleich das Blut aus der abgehackten Hand herausspritzen sehen? Das ist für mich nicht mehr lustig, da geht es nur noch ums Aufsehen-erregen. Je krasser desto besser?

    Der zweite Film fand ich anfänglich auch ganz lustig. Man muss erst einmal auf die Idee dieses «Löffel-Terrors» kommen… 🙂

    Doch wenn sich da einer mit der Säge in den Bauch sägt – um nur ein Beispiel zu nennen – dann kippt bei mir die Stimmung ziemlich rasch. Ich find‘ das nicht mehr lustig und schliesslich auch schade für die amüsante Grundidee an sich.

  7. vor 2000 jahren warens die blutigen kämpfe in der arena, vor 50 jahren vielleicht horror-romane… heutzutage halt audiovisuelles. ich steh nicht auf horror/gore-filme, und trotzdem finde ich obige videoclips sehr unterhaltsam.

  8. Ich liebe Horror, Splatter, Gore und Trash, aber das ist z.B. was völlig anderes, als Rotten.com (wer die Seite noch nicht kennen sollte, bitte vllt erst Wiki lesen => http://de.wikipedia.org/wiki/Rotten.com), da die Darstellungen dort teilweise recht heftig sind und keine Special Effects! Ihr seit gewarnt! Und davon gibt es tausende im Netz. Wer solche Seiten häufig besucht, um irgendeine „Befriedigung“ zu finden und nicht um sich in irgendeiner Form zu bilden, hat aus meiner Sicht leicht nicht mehr alle Tassen im Schrank…

  9. Besten Dank Euch beiden, danilo und Draven.

    Draven, die Bilder wie auch die News auf rotten.com sind zwar heftig, sie bilden schliesslich aber nur die unbeschönigte Wahrheit ab. Besonders bei Wunden von Waffen wäre es vielleicht gar nicht so schlecht, im präventiven Sinne einmal die «nackte Wahrheit» zu zeigen (warum fällt mir dazu gerade die Initiative zum Exportverbot von Kriegsmaterialien ein?)

    Allerdings, da sind wir gleicher Meinung: Wer nach solchen Bildern lechzt, ist wohl nicht ganz normal – oder er ist angehender Chirurg oder Gerichtsmediziner und braucht noch etwas «Training».

    Bei meinem Versuch zu verstehen, was denn die Motivation ist, Filme zu machen, die körperlich immer mehr Schaden anrichten (danilo hat das gut geschildert), bin ich allerdings nicht viel weiter…

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