Das Video zum Sonntag: Der christliche Atheist

Slavoj Zizek kennen Sie vielleicht noch nicht. Der slowenische Philosoph und Psychoanalytiker macht jedoch einige interessante Aussagen über Gesellschaft, Religion, Wirtschaft, Politik und Ethik.

Es gibt Andersdenkende und es gibt Querdenker. Slavoj Zizek ist wohl ein anders denkender Querdenker. Dabei nimmt er die Rolle des Mahners, nicht des Problemlösers ein. Dies erachte er, der sich unter anderem auch als «christlicher Atheist» bezeichnet,  als seine Aufgabe.

«Es gibt gute Gründe, heute nervös zu sein» meint der umtriebig und nervös wirkende Slavoj Zizek über sich selbst.

«Vor allem hat die Linke keine wirkliche Alternative, wie man die Dinge neu ordnen könnte.»

Das lässt seit dem vergangenen Abstimmungssonntag noch mehr aufhorchen, genauso wie:

«Oft ist die Art und Weise, wie wir ein Problem formulieren, Teil des Problems. Wir reproduzieren das Problem.»

Und ganz der Psychoanalytiker meint er:

«Die Menschen haben ein schlechtes Gewissen, nicht weil sie verbotene Wünsche haben wie früher, sondern weil sie nicht fähig sind, zu geniessen.»

Darum sei Ihnen die nachfolgende «Sternstunde Philosophie» vom 17. Mai 2009 über ein Plädoyer für ein neues Verständnis von Politik und Ethik empfohlen.

Die knapp 60 Minuten sind teilweise auf den ersten Moment keine leicht verständliche Kost. Lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen, denn Zizek versteht es gut, mittels Beispielen die verschiedenen, durchaus auch provokativen Aussagen zu verdeutlichen.

Angenehmes Zuschauen und Nachdenken!

Wer mehr von ihm hören beziehungsweise lesen will, findet hier vielleicht etwas Passendes.

Eine Antwort auf „Das Video zum Sonntag: Der christliche Atheist“

  1. DAS («Vor allem hat die Linke keine wirkliche Alternative, wie man die Dinge neu ordnen könnte.»“) ist das grosse Problem. Und ich fürchte, mit dem geforderten Toleranzartikel treibt man die Ja-Abstimmer vom Sonntag noch tiefer in die Trotzecke.

    Wir sollten erst mal diskutieren, bevor wie in blindem Aktivismus um uns schlagen. Die Ja-Abstimmer wollen keine hehren Worte hören. Sie wollen Antworten auf ihre brennenden Fragen. Und ich fürchte, da wird es schwierig werden – und da müssen wir unsere ganze Energie und Kraft einsetzen.

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