Denken Sie?

Forschern ist es gelungen, neue Erkenntnisse über die Entwicklung des automatisierten Individualverkehrs zu gewinnen. Als Folge muss nun die Geschichte für diesen Bereich neu geschrieben werden.

23.06.2136, Timbuktu – Bis anhin herrschte unter Forschern die weit verbreitete Meinung vor, dass die Automatisierung des Individualverkehrs gegen Ende des 20. Jahrhunderts in vollem Gange war.

Dies war jedoch nicht ganz unumstritten, zumal einige renommierte Forscher der Ansicht waren, dass die Automatisierung des Individualverkehrs bereits dann einsetzte, als für den Antrieb nicht mehr Kohle geschaufelt werden musste.

Automatisierung: Später als bisher angenommen

Die vor sechs Monaten entdeckte Möglichkeit, Videos aus der ab Ende des 20. Jahrhunderts sehr populären und später verwaisten Internet-Plattform «YouTube» in ein heute gängiges Format zu konvertieren, zeigt nun erste Früchte.

So trat ein Video zu Tage, welches belegt: Erst zu Beginn des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts kamen Systeme auf, welche die Fahrzeugführer beim Fahren unterstützten.

Kevin Miller, Forschungsleiter am Institut für angewandtes Denken der Universität von Timbuktu, meint dazu: «Wir sind überrascht, wie lange die Menschheit beim Autofahren selber denken musste!»

Der Mann weiss, wovon er spricht: Erst kürzlich von seinem Institut durchgeführte Nachahmungsversuche bei 20-Jährigen haben nämlich gezeigt, dass keiner der 500 Probanden es schaffte, eine vergleichbare Strecke unter vergleichbaren Bedingungen unfallfrei zurückzulegen.

Häufig abgelenkt

Miller erklärt dazu: «Um der Monotonie beim Zurücklegen einer Strecke zu entweichen, war es damals üblich, sich mit allerlei Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik abzulenken. Besonders populär waren damals iPhone und ähnliche Geräte, alles aus heutiger Sicht eher unrühmliche Vorläufer des heute bekannten iControl.»

Lediglich einem Probanden sei es gelungen, mit nur der Hälfte der Applikationen von iControl auszukommen, um einigermassen unbeschadet das vorgegebene Ziel zu erreichen. Blechschäden konnten hingegen nicht vermieden werden (erste Autos aus den heute üblichen kompostierbaren Materialien kamen erst 50 Jahre später auf).

Unabkömmlich war die Applikation «TrafficSigns». Grund dafür ist, dass es zur damaligen Zeit üblich war, Verkehrszeichen links, rechts und über der Fahrbahn sowie sogar auf dem Fahrbahnbelag selbst anzubringen und dies zum Teil noch wiederholt. Sämtliche Probanden fühlten sich bei der Interpretation dieser Verkehrszeichen-Flut schlichtweg überfordert.

Auch ohne die Applikation «AllRoadUsers» hätte das Ziel nicht erreicht werden können. So hätte das Nichtbeachten der anderen Verkehrsteilnehmer nicht nur für diese fatale Folgen gehabt, sondern auch für die Probanden selbst.

Plagiat verwirrte bisher

Dass lange Unklarheit herrschte, ab wann der Individualverkehr wenigstens teilweise automatisiert wurde, ist auch auf ein geplagtes plagiiertes Kampagnen-Motiv zurückzuführen:

Dieses wurde nämlich vor dem offiziellen Motiv entdeckt, welches nun dank wiederhergestelltem Video so ausgesehen haben dürfte (ungefähre Rekonstruktion):

An dieser Stelle sei Ihnen natürlich auch das fragliche Video nicht vorenthalten, welches nun geschichtlich von hoher Bedeutung ist:

Wichtige Mitteilungen

Wir nutzen die Gelegenheit, Sie darauf hinzuweisen, dass der Kurs «Dem Fahrer-Assistenz-System aktiv zuhören» von heute Abend aus Mangel an Teilnehmern leider abgesagt werden muss.

Des Weiteren erlauben wir uns den Hinweis, dass die heutige Rückrufaktion von Audi wegen eines Software-Fehlers im automatischen Fahrer-Assistenz-System nur pro-forma-Charakter hat. Der entdeckte Fehler tangiert nämlich lediglich das Einparkieren auf Parkfeldern auf der entgegengesetzten Strassenseite.

Ein automatisches Software-Update sollte in den nächsten Stunden übermittelt werden, sodass Betroffene ihr Auto nicht zum «Audi 24h Service Point» bringen müssen. Sollten Sie betroffen sein, vermeiden Sie zwischenzeitlich ganz einfach ein derartiges Parkieren.

Und das gestrige Problem von Opel, bei welchem die Autohupe immer dann automatisch ertönte, sobald ein männlicher Autofahrer eine weibliche Velofahrerin und eine weibliche Autofahrerin einen männlichen Velofahrer überholten, wurde inzwischen behoben.

Ein inhaftierter Software-Entwickler hatte sich dies als Streich ausgedacht. Dazu hatte er sich aus dem Gefängnis heraus ins Sicherheitssystem von Opel reingehackt. Der fragliche Mann sitzt zurzeit eine Gefängnisstrafe wegen Verbreitens von Viren für automatische Fahrer-Assistenz-Systeme ab, welche nun wohl noch wegen Verbreitens unsittlicher Software-Programmierung erhöht werden dürfte.

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6 Antworten auf „Denken Sie?“

  1. Beim Autofahrer?

    Der würde nur sagen, dass er keinen Helm braucht, weil er ja Airbag, Seitenaufprallschutz usw. hat… (und die anderen Verkehrsteilnehmer sind ihm nicht so wichtig… 🙁 )

  2. Mit @Harald Jenk soweit einverstanden als:
    Der Wagen sich auf zwei Räder nach rechts legt und denkt:
    «Da muss ich dem Lenker doch gleich mitteilen, dass er sich um 25 weitere Grade neigen sollte, um den entgegen kommenden Schweizer Panzer elegant zu kreuzen.

    Pieps
    Packen Sie Ihr gesamtes Gewicht nach rechts,
    beschleunigen Sie,
    legen Sie sich den Helm um,
    schliessen Sie die Augen und …
    D U U U U U R C H !»
    Pieps

    ***

    Mein einstiges Erlebnis
    Meine Beifahrerin quietschte: «Iiiiii, das junge Kätzlein !»
    Ich riss einen Vollstopp.
    Es ruckelte leicht am Pedal.
    Ich erstarrte und rief:
    «Oh Sch … ich hab es überfahren, ich spürte es! – Wir sollten nachschauen.»
    Keiner verliess den auf einer wenig befahrenen Landstrasse stehenden Wagen …
    Ich stellte mir das zermatschte Kätzchen vor und war vor dem grossen Kotzen, vorbei war’s mit dem verantwortungsvollen mutigen Lenker.
    Da rief die Beifahrerin:
    «Oh, da ist es ja.»
    «Wo o o ?»
    «Dort! Auf dem Weg zum Haus.»
    Da sah ich das Kätzchen mit erhobenem Schwanz wegstolzieren.
    Und das Ruckeln?
    Das war ABS!

    ***

    Was dachte mein Auto innert Nanosekunden?
    Oh, da ist ein Kätzlein.
    Zum Huben ist es zu spät.
    So wie ich meinen Lenker kenne, möchte er dieses Geschöpf nicht überfahren. Eigentlich hätte ich noch die Chance, falls es springt, es zwischen den Rädern hindurch laufen zu lassen, aber ich kenne das Kätzchen individuell einfach zu wenig:
    Handelt es sich um eine gemeine Hauskatze dämlicher Art, springt sie kontrollfrei in mich.
    Handelt es sich um eine gemeine Hauskatze kluger Art, berechnet sie ohnehin den günstigsten Augenblick, um zwischen den Rädern durch zu rennen.
    Da ich ihren PAP nicht kenne, könnte es zu unliebsamen zeitlichen Dissonanzen kommen, die zur Tragödie führten.
    Handelt es sich um eine gemeine Hauskatze dämlicher Art, könnte sie statt rückwärts auch vorwärts erschrecken, und blind in mich hineinlaufen.
    Handelt es sich um eine gemeine Hauskatze kluger Art, würde sie zweifellos rückwärts erschrecken.
    Da mein Lenker hingegen keine zermatschte Katze möchte, kommt Hupen in keinem Fall in Frage.
    Hupen deaktivieren.

    Turbo-Start-Flieger
    Oh, da ist ein Kätzlein.
    Der Turbo-Start-Flieger könnte die Situation in jedem Fall retten: Das Objekt würde in angemessener ballistischer Kurve mit einer Radialkorrektur von plus 20% überflogen. Im Falle des Hauskätzchens wären dies ca. 51.25687 cm Flughöhe mit einer Weite von ca. 20.15526 Metern.
    Der Start könnte ad hoc noch senkrecht erfolgen, was die Landung in Anbetracht des Alters des Wagens extrem risikoreich gestaltete:

    Zerbersten aller Pneus
    Brechen beider Achsen
    Zerbersten der Ölwanne
    Öffnen aller Türen
    Zerlegen des Motors
    Zerlegen aller übrigen Teile

    Bockmist, da mein Lenker auf solche Erfahrungen sicherlich gerne verzichtete, lassen wir das.
    Turbo-Start-Flieger deaktivieren.

    Was soll ich in dieser verzweifelten Situation unternehmen?
    Ach Du Sch…, das ist jetzt knapp.
    Beten ist out, dafür ist es auch zu spät.
    Also Bitte Schön – diese Menschen …
    ABS?
    OK, dann nehm ich mal dieses ABS.

  3. Seit die Mobility Community sich nach der grossen Fahrzeugdepression in Folge des Jahrhundert Virus „BigThink64“ in der Sivesternacht 2100, bei der nahezu 80% aller Fahrzeuge europaweit mit streikenden FAS im Schneegestöber stecken blieben, sich langsam wieder erholte und zum ungezügelten Expansions- und Profitdenken zurück fand, überrascht es nicht, dass der Automobilkonzern Tata nun unter der weltweit grössten Rückrufaktion seines iCar-Emos wegen technischer Probleme mit den Intercom-Moduln zu leiden hat. So wurden bereits zahlreiche Unfälle wegen absichtlich herbeigeführter iCar-Crashes (unerklärbare Umkehrreaktion der Abstandsüberwachung) gemeldet.

    Wie aus zuverlässiger Quelle aus der Teppichetage des Konzerns zu erfahren war, gibt es Probleme mit den neuartigen EMotion-Chips, die nach der vollständigen Bevormundung durch die FAS, dem Fahrzeuglenker ein gewisses virtuelles Freiheitsgefühl zurückgeben sollten. Leider haben sich die iCars dadurch untereinander zerstritten, sie missachten in Folge die Vorfahrt, Hupen unkontrolliert herum und Bremsen willkürlich andere Fahrzeuge aus.
    Bereits sind auch Hersteller von Haushaltsgeräten betroffen, die den Chip unkritisch kopiert und ebenfalls verbaut haben. So berichtet „World-online“ von durchdrehenden Mixern und Selbstmord gefährdeten Kühlschränken.

  4. Es ist schon erstaunlich, wie hartnäckig sich das Gerücht hält, dass es am Virus «BigThink64» lag. Auch die jüngsten Funde von Tumblern haben gezeigt, dass diese zwar schon weit vor der Silversternacht 2100 erbaut wurden, jedoch bereits Spuren von «BigThink64» aufwiesen, wie entsprechend CNA-Proben gezeigt haben…. 😉

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