Woran glauben Sie?

Wir glauben. Doch woran glauben wir? Glauben wir alle an etwas? Kann das auch etwas Nichtreligiöses sein? Und wann bestimmt jemand, ob er einer bestimmten Religion angehören möchte?

Gemäss Volkszählung aus dem Jahre 1980 gehörten 48 Prozent der Schweizer Bevölkerung der römisch-katholischen und 45 Prozent der protestantischen Kirche an. Nur gerade vier Prozent gaben «Keine Zugehörigkeit» an und ein Prozent verweigerte eine Auskunft.

Zehn Jahre später gaben bereits sieben Prozent der hiesigen Bevölkerung «Keine Zugehörigkeit» an und nochmals zehn Jahre später, anlässlich der letzten Volkszählung im Jahre 2000, waren es bereits elf Prozent ohne Religionszugehörigkeit. Vier Prozent gaben zudem keine Auskunft darüber.

Lebt man nach der Religion?

Interessanterweise verlor über den Zeitraum von 1980 bis 2000 die protestantische Kirche zehn Prozent an Mitgliedern, die römisch-katholische Kirche aber «nur» sechs Prozent. Man hätte erwarten können, dass, je konservativer eine Kirche ist, sie auch stärker an Mitgliederschwund leidet. Dem scheint offensichtlich nicht so zu sein.

Die Annahme, dass in diesem Volkszählungsjahr noch mehr keiner Religion angehören, dürfte hingegen nicht so falsch sein. Die traditionellen Kirchen liegen nicht besonders im Trend. Das zeigt sich auch darin, dass sich nun die evangelische Kirche Gedanken darüber macht, wie man den Mitgliederschwund eindämmen könnte.

Ungeachtet dessen, wie die Zahlen heute genau lauten, stellt sich eine Frage, welche kaum aus einer Statistik hervorgeht: Wie viele Menschen geben zwar eine Religion an, leben aber nicht wirklich nach dieser?

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie als hier mitlesende Person christlichen Glaubens sind – oder es lange Zeit einmal waren – ist relativ hoch. Doch – ohne Ihnen einen Vorwurf machen zu wollen – leben Sie auch nach Ihrem Glauben? Beten Sie gelegentlich oder gar regelmässig zu Gott? Erinnern Sie sich noch an den Inhalt der Zehn Gebote? Haben Sie bei sich zu Hause überhaupt eine Bibel?

Sind oder waren Sie aus Überzeugung Christin oder Christ oder gehören Sie vielleicht auch zu jenen, die vom Elternhaus her einfach so in eine Religion «reingerutscht» sind, weil es bis anhin quasi Tradition war, dass man einer Kirche angehörte und zwar jener der Eltern?

«Angeborene» Religion

Niemand stellt einem in jungen Jahren die Frage, ob man einer Religion angehören möchte und falls ja, welcher Religion. Taufe, Erstkommunion, Firmung, Konfirmation usw. – man liess diese Rituale einfach über sich ergehen, ohne dass man gefragt wurde, ob man das überhaupt will.

Man ist in diesem Alter auch gar nicht in der Lage, darüber zu entscheiden, schliesslich ist man auch noch zu jung, um sich eine Meinung bilden zu können. Und man kennt andere Religionen kaum oder gar nicht.

Erst mit dem Älterwerden emanzipieren sich einige, stellen Fragen und suchen nach Antworten zu jener Religion, welche man nicht ganz freiwillig mit auf den Weg bekommen hat.

Daraus resultiert entweder eine Bestätigung oder eine Ablehnung der bisherigen Religion. Letzteres mündet dann entweder in einen Kirchenaustritt oder in einen «halben» Kirchenaustritt: Man ignoriert zwar die kirchlichen Kulte und die christlichen Traditionen, aber ganz austreten möchte man dann doch nicht.

Gründe dafür können sein, dass man sich gegenüber anderen, zum Beispiel den Eltern, rechtfertigen müsste oder dass es im Todesfall kein Begräbnis gäbe oder dass man doch einmal kirchlich heiraten möchte oder …

Andere durchleben keine «Emanzipationsphase» und stellen sich gar keine Fragen zur eigenen Religion, denn sie denken gar nicht erst darüber nach. Und sollten sie dennoch nach der eigenen Religion leben, dann wohl aus einem gewissen Automatismus heraus, aus einer gewissen Tradition heraus, aus einem gewissen Pflichtgefühl heraus und «weil es eben schon immer so war und so gemacht wurde».

Glauben als Grundbedürfnis

Man kann nur aus Überzeugung an etwas glauben. Dann kann auch wirklich von Glaube und von Gläubigen gesprochen werden. Denn einer Religion anzugehören heisst noch nicht, dass man auch glaubt, was gepredigt wird. Man ist nicht einfach ein Gläubiger, man muss von der religiösen Botschaft überzeugt sein, um von Glaube sprechen zu können oder um sagen zu können: Ich glaube an…

Woran glauben Sie? Wovon sind Sie überzeugt?

Da offensichtlich immer mehr Menschen keiner Religion angehören und viele zwar einer Religion angehören, aber nicht wirklich danach leben – vielleicht gehören auch Sie dazu – stellt sich die Frage, woran diese denn sonst glauben?

«Ich glaube an gar nichts» gibt es wahrscheinlich nicht. Haben wir nicht alle ein inneres Bedürfnis danach, an «irgendetwas» glauben zu können? Denn der Glaube an etwas gibt Hoffnung, spornt uns an und erlaubt uns, wieder aufzustehen, wenn wir hingefallen sind. Und der Glaube bietet Identifikation und Orientierung.

Identifikation und Orientierung gibt Bestätigung und Bestätigung gibt Sicherheit – ein anderes, immaterielles Grundbedürfnis des heutigen Menschen für sein Handeln.

Insbesondere in früheren Zeiten suchte man Rat im religiösen Glauben, suchte man nach Orientierung. Mögen die heiligen Schriften den Gläubigen Antworten geben in unsicheren Situationen…

Glaube ja, Religion nein

Heute, wo offensichtlich immer weniger aus Überzeugung an eine Religion glauben, suchen auch immer weniger Rat in einer heiligen Schrift. Trotzdem ist das Bedürfnis nach Rat da und ist das Bedürfnis da, an etwas glauben zu können, das einem auch Sicherheit gibt.

Als Ersatz für die traditionellen Religionen glauben darum viele heute an andere Dinge. Dieser Glaube kann sich sehr subtil äussern. Nehmen wir als Beispiel die Modeerscheinungen, angefangen von der Bekleidung über die Frisuren zu den Möbeln oder der Innenausstattung von Wohnungen und die darin verwendeten Farben und Materialien bis hin zu den Fahrzeugen.

Wenn Sie eine neue Mode erblicken, kommt Ihnen das anfänglich nicht auch befremdlich vor und lachen vielleicht sogar darüber? Doch irgendjemand erzählt uns, dass das nun «angesagt» ist – und wir glauben das – auch wenn es uns anfänglich befremdlich bis amüsant erschien.

Schauen wir 20 Jahre später alte Fotos an, lachen wir über die damalige Mode, über die Kleider, die Frisuren oder die Blümchentapete. Aber damals, vor 20 Jahren, glaubten wir, dass diese Mode «angesagt» und ein «must have» war.

Ein Abseitsstehen hätte uns zum Aussenseiter gemacht. Man hätte uns ausgelacht, wären wir beispielsweise mit einer völlig anderen oder mit einer völlig veralteten Frisur aufgekreuzt. Das ist keine Bestätigung des eigenen Handelns und das gibt keine Sicherheit.

Ein Mitmachen indes erlaubte, sich an dieser Mode zu orientieren, sich damit zu identifizieren und von den anderen jene Bestätigung zu erhalten, die uns Sicherheit gibt. «Das steht Dir aber gut» ist so einer jener Bestätigungssätze, welche wir von den anderen über unser Aussehen zu erheischen erhoffen.

Je unsicherer jemand ist, desto eher versucht dieser Jemand «so zu sein wie der/die Andere». Oder andersrum: Selber etwas zu wagen, verlangt eine vordergründig starke Persönlichkeit, die das Selbstgewagte mit Überzeugung verteidigen und vertreten kann. Wenn ihr das gelingt, wird sie zur «Trendsetterin».

Ersatz-Glauben

Wir glauben heute daran, dass das Aussehen wichtig ist. Dazu gehören Kleider, Frisuren, Zahnbleichung, Schönheitsoperationen und vieles mehr. Dieser Glaube ist der Antrieb für die heutigen Moden. Nur: Dass das Aussehen wichtig ist, steht in keiner heiligen Schrift.

Hier wird somit einem Glauben ohne klassisch religiösem Hintergrund nachgerannt, obschon die Schönheit oder das Aussehen aus niemandem einen besseren Menschen macht.

Natürlich folgen viele nicht nur dem Schönheitsglauben, es gibt noch unzählige weitere. Zum Beispiel der Glaube, dass Geld glücklich macht oder wenigstens das Leben erleichtere.

Jeder weiss, dass Geld nicht glücklich macht. Und ob das Leben mit viel Geld leichter ist, kann man auch bestreiten. Und trotzdem spielen viele Lotto oder machen bei einem Wettbewerb mit und hoffen auf den grossen Gewinn.

Wer dann tatsächlich den grossen Gewinn macht, gibt diesen meistens dafür aus, um so zu leben wie die so genannt Reichen, weil sie wiederum glauben, sie müssten ihr Geld für ein teures Auto, für ein grosses Haus am See, für ein teures Hobby oder für eine ansonsten unerschwingliche Reise ausgeben.

Ein anderes Beispiel ist der Glaube an all das, was mit dem eigenen Status zusammenhängt. Wer etwas auf sich hält, der wohnt schliesslich nicht einfach in einem heruntergekommenen Quartier mit Wohnblöcken aus den 1970er Jahren, obwohl er sich darin eigentlich ganz wohl fühlt.

Der liest auch nicht irgendeine Zeitung und irgendwelche Bücher, schaut auch nicht irgendwelche Filme und hört auch nicht irgendwelche Musik. Er geht auch nicht in irgendwelche Restaurants. Es hat alles seinem geglaubten Status entsprechend ein gewisses Niveau zu haben.

«Religiöse» beeinflusste Sichtweise

Diese Menschen glauben daran, dass sie all diese Dinge wegen ihres Status‘ tun müssten. Sie sind in ihrem Status-Glauben so gefangen, dass keiner von ihnen es je wagt, im pickfeinen Restaurant einmal auf den Tisch zu klopfen, weil man auf dem aufgetischten Teller wiederum nur ein kleines Häppchen zu einem unverschämt teuren Preis vorfindet.

Und keiner von ihnen wagt, aus der Oper zu laufen, weil das Gezeigte eigentlich langweilt und man ohnehin keine Ahnung über die fragliche Oper hat. Das wusste man zwar schon im Voraus, doch man ging trotzdem hin, denn es gilt das Motto: Sehen und gesehen werden. Damit manifestiert man seinen Status, man zeigt, wie kultiviert man doch ist…

Würde jemand auf den Tisch hauen oder aus der Oper laufen, er wäre ein Aussenseiter. Und das gehört nicht zu dieser Religion des Reichseins, des Niveau-habens, zu welcher man trotzdem angehören möchte. Es ist gut möglich, dass einige sogar glauben, sie müssten mit kleinen Häppchen und langweiligen Opern ein Opfer zugunsten ihres Status erbringen.

Doch lassen Sie sich nicht täuschen: Wohl in jeder sozialen Schicht gibt es Statusgläubigkeit, welche auch ihre Opfer abverlangt. So glaubt man im Mittelstand beispielsweise, dass man die Sommerferien irgendwo in einer fernen Destination verbringen müsse. Je exotischer, je ausgefallener, umso besser, umso grösser die Bewunderung, Anerkennung und damit Bestätigung durch die Anderen.

Das Opfer ist eine lange, müssige Reise, ein verlorengegangener Koffer, schlechtes Essen, unerwartet schlechtes Wetter oder was-auch-immer. Aber Hauptsache, man konnte sagen, dass man da gewesen sei…

Wer stattdessen davon spricht, seine Sommerferien zu Hause zu verbringen, erntet bemitleidenswerte Blicke. «So än arme Siech!» lautet das häufig gehörte, vorschnelle Urteil. Oder demjenigen wird der Status eines wenig weltgewandten, eines Stubenhockers, eines ewiggestrigen Zuhause-ist-es-am-Schönsten verliehen.

Auch quasi als selbstverständlich gilt es, dass man den Führerausweis gemacht hat und zwar möglichst mit 18 Jahren. Wer ihn nicht hat, dessen Status leidet in den Augen vieler anderer ebenfalls.

Ausbildungslehrgänge verleihen einem genauso einen Status, der uns manchmal ehrfürchtig zu gewissen Personen hochblicken lässt – oder auch nicht. «MBA» klingt schliesslich ziemlich beeindruckend, «Eidg. dipl. Schreiner» gehört hingegen für viele in die Na-ja-Schublade. Noch schlimmer steht es mit dem Status, wenn gar ein Gymnasiast einen Handwerksberuf erlernt…

Der Schönheitsglaube, der Glaube an die wundersame Wirkung von Geld und der Glaube an Status sind nur einige Beispiele. Da Werbung darauf abzielt, dass wir an etwas Bestimmtes glauben, ist sie auch ein gutes Mittel, weitere Beispiele zu erkennen. Stellen Sie sich dabei die Frage, woran Sie glauben müssen, damit Sie dieses oder jenes Produkt kaufen würden (oder woran Sie glauben, dass Sie es jetzt kaufen wollen).

Die heutigen Götter

Es gibt wohl kaum ein Glaube ohne entsprechende Gottheit, Gottheiten oder göttliche Figuren. Sie stehen symbolisch für den Glauben ein, sind Vorbilder für eine Glaubensgemeinschaft.

Sie wählen ihre Rolle bei den heutigen Ersatz-Religionen nicht unbedingt freiwillig, lehnen sie aber auch nicht ab. Die Rede ist von Personen, deren Status so hoch ist, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes vergöttert werden. Dies geschieht auch deshalb, weil viele von ihnen insgeheim eine Art von Erlösung erhoffen.

Nehmen wir aus Anlass der kommenden Fussball-Weltmeisterschaft die Fussballer als Beispiel. Wie sehr diese vergöttert werden, zeigt sich auch daran, wie zurzeit nach den Panini-Bildchen gerannt wird. Von diesen Fussballern erhoffen sich die Fans «die Erlösung» in Form von Goals, welche schliesslich zum Sieg ihrer Mannschaft führen sollen.

Der Papst könnte ob soviel Vergötterung neidisch werden, denn würde er eine Panini-Serie mit Heiligen oder mit früheren Päpsten herausgeben, gäbe das wohl einen Flop… 😉

Barack Obama ist ein gutes Beispiel für die Politik. Auch er wurde quasi als «der Erlöser» hochgejubelt, gefeiert, vergöttert. Wunder hat er bis dato allerdings noch keine vollbracht, kreuzigen möchten ihn hingegen zwar einige…

Jede Person, zu welcher wir hochblicken und welche wir als Vorbild nehmen, riskiert im weitesten Sinne vergöttert zu werden. Demgegenüber hat der christlich-religiöse Erlöser schon längst an Bedeutung verloren.

«Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben» nehmen wir schliesslich auch eher einer lebenden, egozentrischen Persönlichkeit aus Hollywood ab als von einem Mann, der irgendwann vor knapp 2000 Jahren im Nahen und doch so fernen Osten gekreuzigt wurde… 

Gemeinsamer, nichtreligiöser Glaube

Der Glaube an eine Sache ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ermöglicht er Identifikation und Orientierung, was jedoch zu einem gewissen Gleichgeschaltet-sein führt.

Auf der anderen Seite gibt er einen Rahmen vor, setzt Grenzen, gibt Ordnung, erlaubt eine gemeinsame Auffassung und ein gemeinsames Verständnis. Ohne einen gemeinsamen Glauben wäre ein Zusammenleben auf engem Raum wohl kaum oder nur unter anarchischen Verhältnissen möglich.

Ein solcher gemeinsame Glaube muss keine traditionelle Religion sein. Es kann auch der Glaube an die Menschenrechte sein. Oder der Glaube an Rechtsstaatlichkeit. Oder der Glaube an die Schweiz.

Diese «Dinge» bestehen nur, weil wir an sie glauben und nicht weil sie auf Papier niedergeschrieben wurden oder weil ein Grenzzaun ein bestimmtes Territorium markiert.

Da es sich nicht um einen klassisch-religiösen Glauben handelt, bestimmen wir, woran wir gemeinsam glauben wollen.

So einfach das klingt: Der gemeinsame Glaube an die gleiche Sache ist eine grosse und tägliche Herausforderung. Denn Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, der heutige Bundesstaat Schweiz und viele andere Dinge entstanden zu einer Zeit, als unser Alltag noch nicht so stark von allerlei anderen «Religionen» beeinflusst war.

Heute noch einen gemeinsamen Nenner zu finden um den gemeinsamen Glauben anzupassen, zu erweitern oder zu erneuern, ist mehr als schwierig.

Ein Anfang ist aber schon damit gemacht, indem wir zu erkennen versuchen, woran wir tatsächlich glauben, warum wir daran glauben und wen wir da aus wessen Gründen vergöttern.

Denn hinter dem Begriff «Zugehörigkeit» steckt auch Hörigkeit.  Und welcher Sache wir hörig sein wollen, sollten wir uns gut überlegen.

13 Antworten auf „Woran glauben Sie?“

  1. Das hast Du schön hingekriegt. Unsere Glaubenssätze – auch Atheisten sind durchaus gläubige Menschen – bestimmen halt schon unser persönliches Leben. Es gibt übrigens eine interessante NLP-Technik, um die Hierarchie solcher Glaubenssätze aufzudecken…

  2. Ich finde den Begriff „Ersatzglauben“ interessant. Wenn doch jeder glauben muss, kann es denn Ersatzglauben geben und wenn ja, wie oder wer unterscheiden den Ersatzglauben vom „richtigen“ Glauben. Nicht verzagen, Papst Titus fragen?
    Ich für mich glaube in erster Linie, dass wir vernünftig miteinander Leben sollten, zusammen die Regeln des miteinander erarbeiten müssen und vor allen, dass wir die Verantwortung nicht an ein höheres Wesen abschieben dürfen.

  3. @Titus: Gedankenmuster – ziemlich exakt ja. Wobei sich eben solche Gedankenmuster zu einem veritablen Glauben verdichten können. In den seltensten Fällen sind sie uns jedoch kaum bewusst Deshalb ist wohl eher „Ich sehe, was ich glaube“ zutreffend, denn „Ich glaube nur, was ich sehe“, meint wenigstens BodeständiX.

  4. Meine Religion war und ist schon seit jeher nicht monotheistisch, daher sind die gängigen Kirchen ohnehin nichts für mich… Am meisten Mühe habe ich mit den streng patriachisch geprägten monotheistischen Kirchen und Religionen, da fehlt einfach die Hälfte… Wenn ich meine Glaube beschreiben müsste, würde ich sagen es ist eine Mischung aus Wicca-Schamanismus-Cyberpunk mit vielen magisch-gnostischen Elementen und einer Portion indischem, taoistisch-chinesischem und diskordianischem… 😉

    Mein Theismus ist zumindest mal ein Duotheismus, weil für mich sowohl ein Gott als auch eine Göttin existiert, auch wenn ich bereit bin diese als einheitliche androgyne Gottheit die eben beide Elemente vereint anzusehen, so widerspricht eben auch dies, für mich , grundsätzlich dem allgemeinen Monotheismus…

    Zudem betrachte ich mich selber ja auch als androgynes Wesen, deshalb kann Gott für mich einfach unmöglich nur männlich sein, sondern muss beides in einem sein.

    Dies mag auf einer Ebene so sein, aber es gibt für mich auch eine Ebene wo beide getrennt als Gott und Göttin eigenständig sind, deshalb mindestens ein Duotheismus.

    Früher hätte ich noch gesagt Pantheismus, doch mittlerweile sind die anderen für mich nur Aspekte der einen androgynen oder eben jeweils der einen der zwei, somit bleibt es vorerst bei Duotheismus oder von mir aus Androgyn-Monotheismus.

    Und weil für mich alles im Universum irgendwie magisch ist, gehört selbstverständlich auch diese zu meinem Glaubenssystem… Dabei machen ich Gebrauch von allen Magierichtungen die es gibt, denn alles ist genau genommen das selbe und geht auf die selbe Quelle(n) zurück, es sind nur verschiedene Sprachen und Techniken.

    Das „-Cyberpunk“ Element was eigentlich fast unvereinbar mit dem anderen ist, habe ich auf der Ebene der Technomagie mit in mein Glaubenssystem eingebunden… Dies war nötig und auch noch die zweite Richtung der Entwicklung und Befreiung aus dem Materiellen mit einzubinden, die es gibt.

    Und betreffend Papst, seit ca. 1990 bin ich Papst des heiligen Diskords, Hohepriester des heiligen Chao… Irgendwann wurde ich sogar zum Hüter des heiligen unsichtbaren violetten Einhorn ernannt, aber hey who cares!

    Ich brauche ehh keine Kirchen, Päpste, Priester oder dergleichen, meine Kirche sind die Dimensionen und das Universum… Zudem gibt es viel ältere wissende Wesen zu denen ich Kontakt aufnehmen kann, als irgendwelche andere Menschen…

    Tja, so gesehen haben Kirchen, Sekten und dergleichen bei mir einen schweren Stand wenn die mir ihren abgespeckten langweiligen Glauben schmackhaft machen wollen, ist für mich nämlich alles voll zum gähnen, so richtig „asbach urrr-alt“ was die jeweils zu sagen haben…. Und somit habe ich auch eine natürliche Immunität gegen Sekten und Gurus dieser Art, muahahahaha!

    Zudem ist mein Glaubenssystem, meine Religion und mein Weltbild sehr sehr stabil und für jegliche was auch für geartete Dinge gewappnet, da bricht nichts zusammen, es wird nur erweitert und assimiliert, mehr nicht!

    Also mal sehen was dann passiert wenn plötzlich etwas geschieht, was mit den existierenden Religionssysteme total nicht vereinbar ist, wahrscheinlich brechen dann bei einigen ganze Weltbilder zusammen, wohingegen bei mir wenn es hoch kommt, einfach etwas eingefügt und assimiliert wird…

    Gerade heutzutage finde ich ein flexibles Weltbild sehr wichtig, denn es wird sich viel ändern in naher Zukunft, was heute noch als unmöglich erscheint ist möglicherweise bereits in 20 Jahren Normalität!

    Übrigens finde ich dies betreffend die buddhistischen Mönche cool, die letzthin als jemand ihnen erklärte das die Erde eine Kugel ist meinten, sie könne sowohl eine Kugel als auch flach sein, sicher wisse man dies ja nicht, daher sei sie für sie sowohl eine Kugel als auch flach… Perfekt oder?!

  5. @ Tinu
    Von wegen Papst: Ich war einmal römischer Kaiser und leide heute grausam unter diesem bürgerlichen Leben… 😉

    Doch im Ernst: Die Unterscheidung ergibt sich wohl aufgrund des «Glaubenszwecks». Was bezweckt ein Glaube?

    Nach meiner Auffassung zielen die «richtigen» Glauben darauf ab, offen, ehrlich und authentisch für andere Gutes zu tun und im Gegensatz dazu Böses gegenüber anderen zu lassen (was gut und böse ist, entnehme man bitte aus den heiligen Schriften). Die Ersatzglauben hingegen futieren sich um gut oder böse und zielen vor allem aufs Ich ab, vernachlässigen also die Anderen.

    @ BodeständiX
    Ich kann die Menschenrechte nicht sehen, glaube aber trotzdem an sie. Auch den Rechtsstaat kann ich nicht sehen und glaube ebenfalls an ihn. Es ist dieser Glaube, der mich klagen lässt, der mich vor ein Gericht ziehen lässt, sollte ich der Meinung sein, dass mir Unrecht widerfahren ist. Was Recht und Unrecht ist, ist übrigens auch eine Glaubensfrage…

    @ Chris
    Bist Du Dir sicher, dass das unsichtbare Einhorn violett ist? 😉

  6. Tja, da fängt er eben an, der Glaube, da es ja unsichtbar ist und man es deshalb nicht selber überprüfen kann muss man einfach glauben das es violett ist… Ist ja bei der Conceptio immaculata(unbefleckte Empfängnis) bei der kath. Kirche auch so, man muss es eben einfach so glauben… Obwohl so rein wissenschaftlich wäre die Conceptio immaculata neuerdings ja durchaus möglich, denn heutzutage gibt es ja in-vitro fertilization, aber die kath. Kirche wird sich wohl kaum so schnell von diesem Dogma abwenden, hehehe…

    Es soll übrigens auch ein unsichtbare rosafarbenes Einhorn geben… 😉

  7. „Nach meiner Auffassung zielen die «richtigen» Glauben darauf ab, offen, ehrlich und authentisch für andere Gutes zu tun und im Gegensatz dazu Böses gegenüber anderen zu lassen (was gut und böse ist, entnehme man bitte aus den heiligen Schriften). Die Ersatzglauben hingegen futieren sich um gut oder böse und zielen vor allem aufs Ich ab, vernachlässigen also die Anderen.“

    Das mit gut oder böse ist eben so eine Sache, was für den einen gut ist für den anderen böse und umgekehrt… Zudem ist das auch noch abhängig von Ebenen und Dimensionen, was böse oder gut ist… So kann es vorkommen das Wesen aus anderen Ebenen hier auf unserer Ebene Dinge tun, die für sie in ihrer Ebene völlig normal sind, bei uns aber als böse angesehen werden, andererseits tun wir womöglich auf ihrer Ebene Dinge die für uns vollkommen in Ordnung sind, die dann für diese Ebene als böse angesehen werden(Hab ich schon selber erfahren müssen bei Astralreisen!)… Und dann gibt es auch noch wo Ebenen wo es weder gut noch böse gibt und wo diese Dualität vollkommen aufgehoben ist…

    So gesehen, ist gut oder böse etwas sehr relatives und gar nicht absolutes!

  8. @ Chris
    Glaubst Du, dass es gut oder böse ist, jemandem auf die Beine zu helfen, der hingefallen ist? Was soll daran (im Hier und Jetzt) böse sein?

  9. Da wäre die erste Frage mal ob dieser es überhaupt will(freier Wille), dass man ihm auf die Beine hilft oder nicht, wer weiss womöglich nimmt derjenige es einem übel wenn man einfach seine Hand packt um ihn wieder auf die Beine zu helfen… Tja, Undank ist eben manchmal der Welt Lohn…

    Und bei mir zusätzlich kommt es auch noch drauf an wer da hingefallen ist, ist es einer meiner Feinde, dann gibt es garantiert keine Hilfe höchstens einen Tritt und das hat dann nichts mit böse oder gut zu tun, sondern hat der derjenige das selber „verdient“…

    Und in der heutigen Zeit muss man auch noch aufpassen, dass es keine Falle ist und alles nur dazu dient einem selber auszurauben wenn man hilft, ja auch das gibt es eben, dass der gute Wille der Leute voll ausgenutzt wird…

    All das und vieles mehr geht wir dann wohl durch den Kopf, wenn ich jemanden hinfallen sehen würde, also gar nicht so einfach!

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