Internationaler Tag der… ja was eigentlich?

Stell’ Dir vor, es gibt einen Welt-Tag und keiner spricht darüber. So geschehen am heutigen 3. Mai in der Schweizer Medienlandschaft…

Heute ist wieder einmal ein internationaler Welt-Tag, welcher von der UNO ausgerufen wurde. Doch keiner spricht darüber. In vielen Fällen liegt das am Anliegen selbst, welches kaum eine Lobby findet, wie das kürzlich zum Beispiel beim Welttheatertag der Fall war.

Kein Thema in der breiten Öffentlichkeit

Doch heute ist der International Tag der Pressefreiheit. Da würde man doch meinen, es gäbe eine entsprechende Lobby dafür – nämlich die Presse beziehungsweise die Medien selbst. Doch weit gefehlt!

Unter den Schweizer «Leitmedien» scheint einzig die NZZ am vergangenen Donnerstag etwas zum Thema Pressefreiheit geschrieben zu haben – weil grad eine Erhebung der US-Organisation «Freedom House» erschienen ist…

Auch wenn hierzulande die Pressefreiheit nicht in Frage gestellt ist und auch wenn die Schweiz im globalen Ranking gut da steht, muss man nicht weit suchen, um eine Einschränkung der Pressefreiheit zu finden: Ein Blick zu unseren südlichen Nachbarn genügt…

Doch vergessen wir nicht: Damit wir hierzulande mit Berichten aus aller Welt versorgt werden können, braucht es auch Journalisten in aller Welt. Und da hapert es zum Teil gewaltig mit der Pressefreiheit, insbesondere was die freie Ausübung der beruflichen Tätigkeit durch Journalisten anbelangt.

Festgenommen, inhaftiert, getötet

Die nachfolgenden Grafiken (hier im Original) geben Auskunft über die Situation der Journalisten im Ausland in jüngster Zeit:

Dass es auch anders geht, also dass man auf die Problematik auch aufmerksam machen kann, zeigt wiederum ein Blick ins Ausland und zwar zu unseren nördlichen Nachbarn. «Die Welt» ist heute mit einer leeren Titelseite erschienen um so aufzuzeigen, was Pressefreiheit beziehungsweise deren Fehlen bedeuten würde:

Und: Es mangelt in diesem deutschen Blatt in der heutigen Ausgabe nicht an Berichten zur Pressefreiheit (hier, hier, hier, hier, hier und hier, alle lesenswert). Und auch ohne den heutigen Welt-Tag finden sich in diesem Titel immer wieder ein Artikel zur Pressefreiheit.

Ist es nicht beschämend, dass ob den oben gezeigten Fakten (und den Tatsachen aus den vorgängig verlinkten Artikeln) selbst am Internationalen Tag der Pressefreiheit kaum ein grösseres Schweizer Medium das Thema aufgreift?

Man könnte fast meinen, dass die grösste Gefahr für die Pressefreiheit von ignorierenden Redaktionen und/oder Chefredaktoren ausgeht…

Übrigens, der bloggende Nahostkorrespondent des Schweizer Fernsehens, André Marty, hat es wirklich nicht leicht. Gemäss Reporter ohne Grenzen gehören sowohl die israelische Verteidigungsarmee (IDF) wie auch der bewaffnete Flügel der Hamas im Gaza-Streifen und die palästinensische Autonomie-Behörde in der Westbank zu den 40 «Feinden der Pressefreiheit»

________________________________________________________________________

Weitere Informationen

5 Antworten auf „Internationaler Tag der… ja was eigentlich?“

  1. Das ist wirklich interessant. Sucht man in seiner gut assortierten Suchmaschine des Vertrauens nach „Internationaler Tag der Pressefreiheit“, erscheinen für einmal nicht die üblichen Newsnetz-Postillen an erster Stelle, sondern vornehmlich die NGOs und lauter freie blogs. Das gibt einem doch irgendwie zu denken …

  2. Yep, das ging mir auch so mit den Suchmaschinen. Und dann müssen wir ausgerechnet in Blogs über die Pressefreiheit der klassischen Medien schreiben… Verkehrte Welt.

  3. Ja und sonst ist sich Google nie zu schade ein entsprechendes Logo zu machen, doch heute nichts…

  4. Naja, Google hat sich in China lange genug als Zensurbehörde instrumentalisieren lassen und ist wohl kein gutes Vorbild für Pressefreiheit…

  5. Naja, das nicht aber sonst ändern die ja bei jedem „internationalem irgendwas Tag“ ihr Logo, deshalb…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.