Ferien am Golf von Mexiko

Haben Sie Ihre Ferien schon geplant? Falls nicht: Wie wäre es mit Ferien am erdölverschmutzten Golf von Mexiko? Erscheint Ihnen das etwa grotesk?

Wollten Sie dieses Jahr auch einmal eine Kreuzfahrt im Mittelmeer machen, sehen nun aber davon ab, weil man ja nie weiss, ob nicht doch ein Anrainerstaat einen «Präventivschlag» in internationalen Gewässern unternimmt, damit die Schiffsvorräte auch ja nicht als Hilfsgüter irgendwo an Land geschafft werden können?

Oder wollten Sie vielleicht nach Israel reisen, zweifeln nun aber daran, weil selbst spanische Komiker an der Einreise gehindert und schliesslich zurückgeschickt werden?

Die tägliche Verantwortung

Vielleicht doch eher Ägypten, Bazare durchstreifen, Wasserpfeife rauchen und Pyramiden angucken? Oder fürchten Sie vielleicht etwa, dass da just während Ihren Ferien ein gesellschaftliches Pulverfass hochgeht und Ihre Rückreise nicht mehr gesichert ist?

Wie wäre es dann mit Ferien an einem anderen Zipfel der Erde wie zum Beispiel dem Golf von Mexiko?

Sie wissen schon: Dass ist da, wo vermutlich immer noch Rohöl ausläuft, nur hört man seit dem Furchtbar Immensen Fussball Anlass in Südafrika zurzeit nichts mehr davon, genauso wie man deswegen wohl auch davon nichts hört…

Sollte Ihnen das grotesk erscheinen, so ist das nicht weniger grotesk wie die tägliche Ölkatastrophe in manchen Badezimmern, hier nachzulesen:

Utopia (03.05.2010): «Tägliche Ölkatastrophe im Bad»

Sie können also genauso gut Ferien am Golf von Mexiko machen…

Übrigens: Hier beim Codecheck können Sie einmal nach den von Ihren verwendeten Pflege-Produkten (oder anderen Produkten) suchen und sich Alternativen anzeigen lassen. Es sollte einfach möglichst kein Paraffin beziehungsweise keine Alkane drin haben (das gilt beispielsweise auch für Kerzen).

Na dann: Schöne Ferien zu Hause oder wo auch immer…!

P.S. Hier gibt’s noch keine Sendepause!

9 Antworten auf „Ferien am Golf von Mexiko“

  1. heute wieder mal was gelernt, danke
    FIFA = „Furchtbar Immensen Fussball Anlass“ dieser ausdruck gefällt mir muss ich mir merken 🙂

  2. @ Dan
    Gern geschehen. Auch ich war mir nicht bewusst, dass Paraffin in Pflegeprodukten so verbreitet ist. Die wenigen Produkte, welche ich zur Beseitigung meiner Falten und sonstiger Pflegebedürfnisse benötige, kaufe ich ohnehin schon seit einiger Zeit hier oder hier.

    @ Klaeui
    Gern geschehen. Dieser Ausdruck ist das Resultat der Markenschutz-/Reglementier-Manie eines gewissen Sepps aus dem Wallis… 😉

  3. Der Alltag ist voller kleiner Katastrophen, die wir oftmals gar nicht bemerken. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto öfters entdeckt man einen kleinen Golf von Mexiko 🙂

  4. Erdölprodukte (Parafin, Alkane, Kunststoffe, Lacke, Auto-und Busfahren, Velopneu etc.) boykotieren und dafür auf pflanzliche Produkte umsteigen?

    Coole Idee
    Nachteile: Monokulturen, Regenwaldabholzung, Brandrodungund Konkurrenz zu Nahrungsmitteln.
    Da bleibe ich lieber bei den Erdölprodukten.

  5. Warum denn gleich den Teufel an die Wand malen?

    Produkte auf pflanzlicher Basis als Alternative zu den heute gängigen Produkten werden meistens auch anders produziert. Die Alternative an sich beinhaltet häufig nicht nur den pflanzlichen Aspekt, sondern auch soziale, ethische, umweltschonende usw. Nicht immer, aber meistens. Genaues Hinschauen lohnt sich auch da (gerade auch wegen möglicher Trittbrettfahrern).

    Der vorwiegende Nachteil heute liegt im Preis, denn diese Produkte sind in der Regel teurer. Allerdings: Wenn etwas mehr kostet, geht man auch haushälterischer damit um…

  6. Ich lebe (oder lebte je nach Deiner Reaktion) bis anhin mit einem guten Gewissen, da ich meine kosmetischen Bedürfnisse bei Body Shop stille.
    Ausschlaggebend für meine Wahl war, dass diese Produkte ohne Tierversuche hergestellt werden.

  7. Natürlich, klar geht es auch um soziale Aspekte und um die Umwelt.
    Bei heutigen, geringen Verbrauch an pflanzlichen Rohstoffen (Palmöl mal ausgeschlossen) geht das ja.
    Wenn wir Erdöl ersetzen wollen………
    Grüne und Umweltschützer sind inzwischen für ein Importverbot für Bioalkohol. Die Flüssigkeit, die sie bis vor kurzem als umweltfreundlichen Treibstoff angepriesen haben.
    Das Importverbot fordern sie zu Recht, nur die Gründe halte ich für menschenverachtend: Regenwaldabholzung und Monokulturen mit entsprechendem Chemieeinsatz. Dass Lebensmittel für viele Menschen zu teuer werden und desshalb der Hungertot auf sie wartet interessiert die anscheinend nicht.

    Dass die nicht früher draufgekommen sind (ok, bei deren monokausalem schwarz-weiss-Denken wundert mich nichts mehr)
    Nur die „Erklärung von Bern EvB, eine Hilfsorganisation stellt als Argument für ein Alkohol-Importverbot die „Konkurrenz zu Nahrungsmitteln“ in den Vordergrund.
    Chaupeaux

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