300 Stück

Jedes Stück ist haus- und handgemacht mit immer wieder neuer Rezeptur. Und selbstverständlich ist alles «Made in Switzerland», «Bio» sowieso und vielleicht auch etwas nachhaltig. Die Rede ist von den Artikeln in der Augenreiberei.

Der Zähler im Administratoren-Bereich der Augenreiberei meint, dass dies hier der 300. Artikel sei. Für 18 Monate ist das nicht sonderlich viel, entspricht es doch nur ungefähr einem Artikel alle zwei Tage. Man könnte ja auch mehrere Male pro Tag «etwas» veröffentlichen, auch wenn es dann halt nur Dreizeiler sind.

Einige Dreizeiler mehr. Davon gibt es sonst schon genug, weshalb sie hier in der Regel auch weiterhin keinen Platz finden werden und weshalb es hier auch weiterhin nur ungefähr alle zwei Tage etwas Neues zu lesen gibt.

Wertvolle Leserschaft

Und es funktioniert: Die Artikel werden gelesen und dies obschon sie immer jeweils etwas länger ausfallen (was man auch immer unter «länger» versteht) und im Gegensatz zu anderen Gratis-Medien kaum seichte Themen, dafür eher etwas schwerer Kost beinhalten.

Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn wenn man für etwas bezahlen muss, dann sieht man sich schon fast genötigt, es auch zu nutzen. Andernfalls wäre die Rede von «Geld zum Fenster rausgeworfen».

Wenn aber der Konsum von Informationen nicht diesem «bezahlten Zwang» untersteht, wenn diese Informationen einem nicht gebracht, sondern abgeholt werden müssen, wenn es sich dabei um eher schwerere Kosten handelt und wenn das dann noch gelesen wird, dann hat das eine ganz andere Qualität.

Darum sind Sie als Leserin oder Leser der Augenreiberei eine «wertvollerere» Leserschaft als sonst üblich, denn Sie kommen hierher, weil Sie etwas lesen wollen und sich nicht genötigt sehen, es tun zu müssen.

Sie sind darum der beste Beweis dafür, dass nicht nur «schnelles Billigfutter» gefragt ist. Und Sie sind auch der Beweis dafür, dass man die Welt nicht bloss reduziert auf schwarz/weiss mittels Dreizeilern sehen will, sondern dass auch etwas ausholend die Nuancen zwischen schwarz und weiss gefragt sind und darüber durchaus auch kontrovers diskutiert werden will.

Ich vermute sogar, dass die Schwemme an Oberflächlichkeiten und Vereinfachungen – in der Gesellschaft wie auch in vielen Medien als Spiegelbild der Gesellschaft – automatisch das Bedürfnis nach mehr Tiefe und mehr Einblicke in komplexere Zusammenhänge weckt, aber natürlich nicht bei allen gleichermassen.

Das liegt vielleicht daran, dass jeder aus eigener Erfahrung weiss, dass da noch mehr ist oder noch mehr sein muss als das oberflächliche, vereinfachte Bild, welches man uns häufig vorsetzt. Oder stehen Sie etwa immer nur auf der schwarzen oder der weissen Seite und nie irgendwo dazwischen? Oder ist Ihr Leben etwa nur einfach oder nur kompliziert, sicher aber nicht etwas dazwischen? Eben.

Inhaltlich Bewährtes und visuell Neues

Darum soll es hier im ähnlichen Stil weitergehen. Und wie Sie unweigerlich feststellen konnten, hat es visuell einige Veränderungen gegeben.

So werden die Artikel neuerdings an eine Holzwand genagelt ;-). Das strahlt nicht zu sehr und ist fürs längere Verweilen für die Augen angenehmer. Daneben wurde die Augenreiberei etwas breiter, was durch die weite Verbreitung von Bildschirmen mit eben auch breiterer Auflösung möglich wurde.

Der «administrative» Teil wurde neu in zwei Spalten rechts untergebracht statt nur in einer und dafür umso längeren Spalte. Darunter befindet sich neu ein Bereich «Exklusiv erstellt».

Dieser beinhaltet neu einen Bereich «Analysen» mit einer Zusammenfassung jener Artikel, welche etwas mehr Zeit beanspruchten, weil das fragliche Thema genauer unter die Lupe genommen wurde. Und unter «Interviews» wurden, wie der Name schon besagt, die bisherigen Interviews zusammengetragen.

Ebenfalls neu ist die Seite «Carte blanche». Im Sinne eines Versuchs können Sie da jederzeit Ihre Gedanken oder Ihre Meinung ohne Bezug auf einen konkreten Artikel äussern – wenn Ihnen gerade einmal der Sinn danach steht oder einer Ihrer Schuhe drückt.

Vielen Dank für Ihr Interesse und hoffentlich bis zum nächsten Artikel!

7 Antworten auf „300 Stück“

  1. Danke für die Blumen 🙂
    Ich gebe sie Ihnen gerne zurück, denn Sie sind nämlich der beste Beweis dafür, dass es Menschen gibt, die zweimal hinschauen, zweimal wertfrei überlegen und dann alles wunderbar klar und nachvollziehbar aufbereiten. Wo findet man das sonst?
    Gerade ich als Politikmuffel schätze Ihre Seite sehr, denn hier finde ich den Hintergrund beleuchtet, ohne dass das von irgendwem gesponsert wurde.
    Übrigens: Wie man in den Wald ruft… Sie wissen schon!
    Sie rufen „wertvoll“, ergo…

    Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Arbeit!

    Sonnige Spätherbstgrüsse
    Die Schneiderin

  2. Oh, eine Holzwand. Sieht KLASSE aus (Ich liebe Holzwände, vor allem verwitterte). Ansonsten: Herzliche Gratulation zum 300-sten. Und bitte weitere 300 x 300 Mal.

  3. Herzlichen Glückwunsch! Wenn Du in der Posting Frequenz weiterschreibst, wirst Du mich schon bald überholen … 😉 Naja, meine Kost ist tendenziell noch schwerer als Deine. Aber ich lese lieber etwas Anspruchvolleres als das Gelaber, das mir in den Massenmedien geboten wird. Weiter so!

  4. „Holz isch heimelig“.
    … und wieder einer der mich links überholt hat. (Nicht politisch gemeint, denn Überholen ist eben nur links erlaubt, ausser man fährt auf richtungsfremden Fahrbahnen … aber ich schweife ab.)
    Ich brachte es gerade mal auf 213 Artikel in 4 1/2 Jahren und bin halt schon etwas neidisch. Grmpf.
    Glückwunsch zum Jubiläum und danke für deine Zeit, die du hier reinsteckst.

  5. Herzliche Glückwünsche zum geglückten neuen Layout, sieht sehr schön aus. Und vielen Dank für all die interessanten Artikel in den vergangenen 18 Monaten.

  6. Ich bin immer noch verblüfft ob der gar nicht etwa langsamen Veröffentlichungs-Frequenz, dazu noch in dieser Ausführlichkeit, und gar nicht etwa oberflächlich… Was auch erklärt, warum ich mit Lesen niemals nachkomme und erst jetzt noch meine besten Wünsche für die Zukunft der Augenreiberei hier anbringe. Holz ist super 😉
    Das Interview mit „Aline“ ist ein ziemlicher Hammer… Das geht nahe ohne gratiszeitung’sche Gefühlsduselei zu sein. Danke dafür und bitte weitermachen!

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