Heute geht hier die Post ab!

Der 10. Dezember ist traditionsgemäss der Tag, an dem der Friedensnobelpreis verliehen wird. Es ist aber auch der Tag der Menschenrechte. Beide stehen in engem Verhältnis zueinander, wie auch der Preisträger des diesjährigen Friedesnobelpreises deutlich macht.

Stünde das Kürzel «CH» nicht für Confoederatio Helvetica, sondern für China, dann gäbe es dieses Blog wohl schon lange nicht mehr. Zu oft wurde hier schon die Meinung frei geäussert, zu oft gab es gar «regimekritische» Töne.

Keine Selbstverständlichkeit

Die freie Meinungsäusserung ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Obschon es sich um ein Menschenrecht handelt, ist das noch kein Garant dafür, dass es überall angewandt werden kann – selbst wenn es sich um eine UNO-Veto-Macht und um ein Mitglied des ständigen UN-Sicherheitsrats wie China handelt.

Ganz im Gegenteil: Wer in Ländern wie China seine Meinung frei äussert muss mit dem Schlimmsten rechnen und dies obwohl die chinesische Verfassung die freie Meinungsäusserung erlauben sollte. Meinungsäusserungsfreiheit zu proklamieren und sie dann auch zu leben sind eben zweierlei Paar Schuhe…

Liu Xiaobo, der chinesische Dissident, welcher heute den Friedensnobelpreis in Oslo hätte empfangen sollen, sitzt auf jeden Fall in chinesischer Gefangenschaft, weil er seine Meinung frei geäussert hatte. Natürlich wird er nach offizieller Darstellung aus anderen, fadenscheinigeren Gründen festgehalten.

So geht es auch Mao Hengfeng, wie Amnesty International schreibt. Die Mutter von drei Kindern hatte sich wiederholt für die Meinungsfreiheit, für Frauen, welche von den Behörden zur Abtreibung gezwungen wurden sowie für Liu Xiaobo eingesetzt.

Nun muss sie selber 18 Monate Lagerhaft wegen «Störung der öffentlichen Ordnung» absitzen. Da sie schon früher mehrfach verhaftet und dabei auch gefoltert wurde, befürchtet ihre Familie nun das Gleiche.

Was können wir dagegen unternehmen?

Sie sind gefragt!

Amnesty führt jedes Jahr einen so genannten Briefmarathon durch, bei welchem Tausende von Briefen an die politisch Verantwortlichen geschickt werden. Das wirkt symbolisch wie folgt:

Dass das Ganze wirklich funktioniert, beweist unter anderem das Beispiel von Bu Dongwei:

Nebst dem alljährlichen Briefmarathon schlägt Amnesty jeden Monat auch noch zwei bis drei «Briefe gegen das Vergessen» vor, welche Personen betreffen, die in der heutigen schnelllebigen Zeit vergessen gehen könnten (in der Regel ist dafür sogar eine fixfertige Briefvorlage dabei).

Etwas um die fünf Franken an Portokosten pro Monat sollte sich eigentlich jeder für drei Briefe leisten können. Damit geht hoffentlich auch bei Ihnen im Rahmen des Briefmarathons oder der monatlichen Briefe bald die Post ab – an die Adresse der politisch Verantwortlichen!

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