Soziale Medien und die Geschlechterrollen

Die sozialen Medien wie Twitter oder Facebook gibt es zwar schon seit einigen Jahren. Doch erst jetzt wird man sich langsam deren Auswirkungen bewusst(er).

Ohne Twitter und Facebook, so meinen einige, wären die politischen Umstürze im arabischen Raum kaum möglich gewesen. Für die Mobilisierung grosser Menschenmassen waren diese wohl kaum ausschlaggebend, dafür aber für die Koordination unter den tonangebenden Protestierenden.

Derweil spielen die sozialen Medien in den westlichen Industrienationen eine andere Rolle, schliesslich sollen hier keine Regierungen gestürzt werden – höchstens deutsche Verteidigungsminister:

In so kurzer Zeit alle Stellen der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg aufzulisten, welche nicht auf eine Quelle verwiesen, war nur dank dem GuttenPlag Wiki möglich, eine andere Form eines sozialen Mediums.

Besserstellung der Frau dank sozialen Medien?

Etwas genereller betrachtet Johanna Blakley die Auswirkungen der sozialen Medien. Sie ist Medienforscherin und beschäftigt sich vor allem mit der Wirkung von Unterhaltung und Massenmedien auf unseren Alltag.

Im nachfolgenden Video vertritt sie These, dass dank sozialen Medien die alten Geschlechterrollen, wie auch generell die alten Demografie-Kriterien wie Herkunft, Alter, Einkommen usw., zunehmend wegfallen würden:

(Bitte auf «View subtitles» klicken und dann «German» auswählen,
falls Sie sich die deutschen Untertitel einblenden lassen wollen.)

Jetzt kann man sich fragen, ob die sozialen Medien oder die UNO mit ihrer am Donnerstag ins Leben gerufenen Frauenorganisation «UN Women» mehr für eine weltweite Besserstellung der Frauen erreichen werden.

Im arabischen Raum war die UNO auf jeden Fall ziemlich machtlos wenn es um die Einhaltung der Menschenrecht durch die alten Machthaber ging. Bei der Nutzung sozialer Medien spielen Erdölvorkommen oder andere politische Aspekte hingegen keine Rolle…

4 Antworten auf „Soziale Medien und die Geschlechterrollen“

  1. twitter und facebook in ehren, aber mindestens so wichtig waren/sind aldschasira und das simple handy, letzteres ist in armen ländern eh das hierzulande meist unterschätzte kommunikationsmittel.

    zu den frauenanliegen: die ganze welt war verblüfft (und erfreut), dass an den aufständen so viele junge frauen mitgemacht haben. niemand hat das so kommen sehen. warum eigentlich nicht? was tun eigentlich diese sozialforscher?

  2. @ Bugsierer
    …was ich sinngemäss auch hier geäussert hatte. Nicht zu unterschätzen sind auch die Zusammenkünfte zum Gebet jeweils freitags und der dabei einhergehende Austausch.

  3. Ich weiss nicht. Was mich beschäftigt, sind diese Zeitzonen. Meinem Empfinden nach überwindet das Internet diese. Im Internet gibt es daher weder Tag noch Nacht. Und eigentlich finde ich das nicht so erdfremd.

  4. Es hat auch damit zu tun, dass ich mal in Südost-Asien war. Und eben, weil ich nicht standard-mässig dort war, nahm ich den „Jet-Lag“ vielleicht nicht als Selbstverständlichkeit wahr. Das ist eine lange Geschichte. Aber sie lässt mich bis heute nicht ganz los. Also diese Sache mit den Zeitzonen und den 24h.

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