Notruf beim NDB

Donnerstag, 28. Mai 2009

Mühlemann freut sich aufs kommende Wochenende. Vier nervlich anstrengende Wochen liegen hinter ihm. Zwar hat er den Auftrag des Sicherheitsausschusses des Bundesrats schon vor Wochen abgeschlossen, sodass es keinen Grund gab, dass erst der heutige Tag als Abliefertermin gilt.

Doch der «Zwischenfall» vor einem Monat hatte ihn arg mitgenommen. In kürzester Zeit, das heisst auf der Bahnstrecke zwischen Fribourg und Lausanne, hatten er und seine zwei Unterstellten die verpatzte, nicht-stattfinden-dürfende Übergabe von vertraulichen Informationen zu vertuschen.

Welch Glück, herrschte damals viel Aufregung um die Schweinegrippe, sodass er dank viel Improvisationstalent seiner unterstellten Aussenmänner einen Vorfall vortäuschen konnte, den bis heute niemand je hinterfragt hatte und von dem nicht einmal sein Vorgesetzter wusste, dass er nur vorgetäuscht war.

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Unerwartete Besuche

Donnerstag, 28. Mai 2009

Hürlimann hat es sich nach seinem «Ausflug» heute Nachmittag nach Seenried in seinem alten, zu einem Wohnzimmer umfunktionierten Wohn- und Schlafzimmer gemütlich gemacht und schaut seit langem wieder einmal fern. So richtig bekommt er nicht mit, was über die Mattscheibe flimmert. Er ist noch zu sehr in Gedanken über seine Befragung von Habermacher versunken.

Da holt ihn das Klingeln seines Telefons aus den Gedanken. Er blickt auf die Uhr: Neunzehn Uhr. «Wer könnte das noch sein?», fragt er sich.
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Ein Schuss voll ins Schwarze

Donnerstag, 28. Mail 2009

Auch an diesem Morgen wird Hürlimann durch den Wurf der «Seeländer Nachrichten» an seine Bürotür geweckt. Seine Armbanduhr verrät ihm, dass es sieben Uhr zwanzig ist, also regnet es nicht. Gestern Abend ist es spät geworden, darum dreht er sich noch einmal um.

Erst zwei Stunden später wacht er erneut auf, weil sein Telefon klingelt. Ihm ist so, als ob er es bereits schon einmal früher klingeln hörte, sicher ist er sich dessen aber nicht.

Er ist zu groggy um ins Vorzimmer zu rennen und den Hörer abzunehmen, bevor sein alter Anrufbeantwortet loslegt. Diesen hört er dann auch tatsächlich, doch wie schon vor einigen Tagen spricht auch dieses Mal niemand aufs Band.

Schliesslich überwältigt er den inneren Sauhund doch noch, steht auf und führt seine Morgenroutine aus – einfach zwei Stunden später als an anderen Tagen.

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Eine neue Spur

Mittwoch, 27. Mai 2009

Es ist ein unauffälliger Wohnblock, einer jener Sorte, welche in den 1970er Jahre wie Pilze aus dem Boden schossen, vor dem Hürlimann nun steht. Er befindet sich an jener Adresse in Lyss, welche ihm die Dame von der telefonischen Auskunft angab.

Er nähert sich dem Eingang mit den Namensschildern, den Türklingeln und der Gegensprechanlage. Die Eingangstüre selbst ist verschlossen. Doch immerhin scheint es hier gemäss Namensschilder tatsächlich einen Benjamin Luginbühl zu geben.

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Der verschwundene Zeuge

Mittwoch, 27. Mai 2009

Der neue Tag beginnt mit viel Sonnenschein und blauem, fast wolkenlosen Himmel. Ein idealer Tag für all jene, welche einen Tagesausflug irgendwo am Bielersee machen wollen und dafür nach Twann reisen, um sich in der malerischen Kulisse und mit Blick auf den See irgendwelche frittierten Fische mit einem Glas Weisswein aus dem eigenen Ort servieren zu lassen.

Auch Hürlimann steht nun auf Twanner Boden, allerdings nicht wegen der frittierten Fische. Auch nicht wegen des Weines. Er sucht vielmehr jenen rund 30-jährigen Mann, von welchem ihm gestern der ältere Herr im Bistro des Bahnhofs Fribourg sprach und welcher ihm hoffentlich bei der Suche eines mysteriösen Objekts, von dem er noch immer nicht weiss, worum es sich handelt, helfen könnte.

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Der fingierte Vorfall

Dienstag, 26. Mai 2009

Nach den irritierenden Erkenntnissen aus dem Telefongespräch mit Meier lehnt sich Hürlimann vorerst in seinem Bürostuhl zurück und blickt dabei durchs Fenster den blauen und wolkenfreien Himmel an. Wie und wo sollte er denn nun eigentlich beginnen?

Ruckartig setzt er sich wieder auf, öffnet die zweite Schublade seines Schreibtisches und ergreift daraus das Kursbuch. Auch dieses ist ähnlich den Telefonbüchern zwar veraltet, aber mit dem Fahrplan 2006/2007 doch etwas jünger.

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Die mysteriöse Auftraggeberin

Dienstag, 26. Mai 2009

Wie jeden Morgen weckt Hürlimann auch heute der Wurf der «Seeländer Nachrichten» an seine Bürotür. Seine Armbanduhr verrät ihm, dass es sieben Uhr zwanzig ist. Es musste draussen schön sein, denn bei Regenwetter war der Zeitungsträger immer schneller unterwegs, sodass er auch früher die Runde in jenem Haus machte, in welchem Hürlimanns Büro lag.

Sofort fällt ihm wieder den gestrigen Anruf ein. Oder hat er davon etwa nur geträumt? In vierzig Minuten wird seine Bank geöffnet haben, dann wird er Gewissheit darüber erhalten, ob tatsächlich eine Anzahlung eingetroffen ist und der Telefonanruf doch kein Traum war.

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Der merkwürdige Auftrag

Montag, 25. Mai 2009

Hürlimann sitzt in seinem renovationsbedürftigen Büro im zweiten Stock eines Hauses in der Bieler Altstadt. Das zu seiner Anfangszeit modische Braun dominiert das Interieur, welches seine besten Zeiten natürlich schon lange hinter sich hat: Braune Möbel, braune Regale, braune Wände, hellbrauner Spannteppich, ja sogar seine Hosen sind in der Regel braun. Er hat sich in seinem ledernen, abgewetzten Bürostuhl zurückgelehnt, die Füsse auf den Tisch gelegt und liest die Zeitung.

Sein jetziges Büro war früher – als das Geschäft noch gut lief – nur das Vorzimmer. Inzwischen kann er sich eine Sekretärin nicht mehr leisten. Und sein ursprüngliches Büro, welches hinter ihm liegt, hat er zu einer Art Wohn- und Schlafzimmer umfunktioniert. Damit kann er sich die Miete für eine separate Wohnung sparen. Über all die Jahre unverändert geblieben ist einzig die Beschriftung am Eingang seines Büros: «Hans Hürlimann: Private Ermittlungen» steht da in grossen Lettern.

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Die missglückte Übergabe

Montag, 27. April 2009

Mühlemanns Telefon klingelt. Das Display seines Apparats zeigt keine Nummer an. Der Anrufende scheint die Rufnummer-Unterdrückung aktiviert zu haben.

Kaum hat er den Hörer abgenommen, hört er im Hintergrund auch schon bruchstückhaft die Lautsprecher-Durchsagen irgendeines Bahnhofs. Das lässt ihn nichts Gutes ahnen…

«5418 am Apparat», meldet er sich, auch wenn er hierarchisch immerhin auf Stufe 3 steht. Beim Nachrichtendienst des Bundes, kurz NDB genannt, melden sich ausser den offiziellen Vertretern alle nur mit den letzten vier Ziffern der Rufnummer. Man weiss ja schliesslich nie, wer am anderen Ende sitzt…

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Motto

Häufig sind die Dinge nicht so (einfach oder kompliziert), wie sie vordergründig erscheinen...

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