Eingreifen oder berichten?

In Syrien tobt bekanntlich schon seit Monaten ein erbitterter Kampf zwischen Regierungstruppen und „Aufständischen“. Die Informationen und Bilder, welche uns erreichen, stammen selten aus verifizierbaren Quellen. Es sind vor allem Handy-Aufnahmen von der Bevölkerung vor Ort.

Der Informationsfluss insgesamt ist ziemlich eigenartig. Zu ihm gehören auch die besagten Handy-Aufnahmen, die es trotz verworrener Situation vor Ort dennoch immer irgendwie ins Netz schaffen.

Es sind häufig die einzigen Bilder und Informationen zu diesem Konflikt. Wurde in anderen Ländern des arabischen Raums das Staatsfernsehen als Propaganda-Maschine für die regierenden Machthaber genutzt, scheint das in diesem Konflikt kaum der Fall zu sein.

Das die Informationslage so dürftig ist, liegt auch daran, dass es praktisch keine unabhängigen Journalisten vor Ort gibt, wie man uns wiederholt mitteilte. Warum das allerdings so ist, erklärte bisher niemand.

Dass es in solchen Konflikten für Medienschaffenden vor Ort nicht immer einfach ist, illustriert der nachfolgende, sicherlich zugespitzte Film auf eindrückliche Weise:

Zurückhaltung, Respekt, Anteilnahme

Die Art und Weise, wie vor allem die Medien – aber nicht nur sie – mit der Naturkatastrophe in Japan umgehen, kann einem schon ziemlich anwidern.

Immerhin haben ARD, ORF und das Schweizer Fernsehen darauf verzichtet, die Jubiläumssendung «30 Jahre Musikantenstadl» auszustrahlen. Wenn das aus Rücksichtnahme für die Betroffenen geschah – und nicht um mittels Sondersendungen reisserisch und publikumswirksam über die Geschehnisse in Japan berichten zu können – dann verdient das Respekt.

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