Bundesraten Sie mal!

Die Frage, welcher Bundesratskandidat für die morgige Wahl der beste ist, hat bis anhin eine zweitrangige Rolle gespielt. Ohnehin – diese Wahlen sind (einmal mehr) zum Infotainement verkommen, weshalb selbst das Schweizer Fernsehen vom «Bundesratskrimi» spricht…

Nun denn, wenn das so ist, wollen wir uns dem Mainstream doch nicht widersetzen und stellen daher auch keine sachlichen Fragen an die offiziellen und inoffiziellen Kandidaten.

Vielmehr sind Sie gefragt! Spielen Sie den Kommissar oder die Kommissarin in diesem Krimi und geben Sie bis heute um Mitternacht Ihren Tipp ab: Wer wird morgen zum Nachfolger oder zur Nachfolgerin von Pascal Couchepin gewählt?

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Die somalischen «Jack Sparrows»

Was mussten wir uns doch die Bäuche vor lauter Lachen halten, als noch vor zwei Jahren im dritten Piratenfilm «Fluch der Karibik» aus dem Hause Walt Disney der sagenumwobenen Captain Jack Sparrow alias Johnny Depp auf seine bekannt tollpatische Art und Weise sein Unwesen trieb.

Es war wohl nicht nur die Komik des Hauptdarstellers, welche uns zum Lachen brachte, sondern wohl auch die Szenerie, welche uns damals wenig belastend erschien. Heute würden wir uns viel eher fragen, ob Jack Sparrow eigentlich ein Somalier ist…

Fotomontage Jack Sparrow vs. Micheline Calmy-Rey

Der fiktive Pirat «Jack Sparrow» und die reelle Aussenministerin Micheline Calmy-Rey
verfolgen gegensätzliche Ziele. Trotzdem haben sie visuell einiges gemeinsam…

Keine Fiktion

Denn es gibt sie wieder, die Piraterie auf hoher See. Dass die heutigen Piraten allerdings noch immer auf dem einen Auge eine Augenklappe tragen, ist wenig wahrscheinlich. Und zu Spässen dürften die Piraten im Golf von Aden wohl kaum aufgelegt sein.

In dieser Herbstsession wird der Ständerat darüber beraten, ob die Militärgesetzgebung bezüglich «Assistenzdienst im Ausland» so anzupassen ist, dass  auch Schweizer Soldaten sich der EU-Operation NAVFOR Atalanta anschliessen können, obschon diese auch nicht ganz unumstritten ist (das Büro des Nationalrats schiebt derweil das Thema auf die lange Bank). Die entsendeten Soldaten sollen Schiffe des Welternährungsprogramms der UNO sowie Handelschiffe der Schweiz beschützen.  

Das klingt ganz vernünftig – auf den ersten Blick.

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Dümmer geht’s nimmer

Eigentlich ist die Sache keine Zeile wert. Und doch: Darüber zu schweigen könnte als stillschweigende Zustimmungen verstanden werden. Die Rede ist vom Vorschlag, mit militärischen Mitteln die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer zu befreien.

Aus den Reihen der Lega dei Ticinesi kommt die Forderung, die Tessiner Regierung solle sich in Bern dafür stark machen, die beiden in Libyen festgehaltenen Schweizer mittels einer militärischen Blitzaktion zu befreien. Zudem, so Lega-Grossrat Boris Bignasca (siehe Bild), dürfe es die Schweiz nicht zulassen, dass sie in ihrer Souveränität im Rahmen von Libyens «Ausplitterungsvorschlag» angegriffen werde.

Dieser Vorschlag und dessen Begründung sind – mit Verlaub – die so ziemlich dümmsten Äusserungen, welche man in der Augenreiberei seit Jahren je gehört hatte und zwar aus den folgenden (wohl nicht abschliessenden) Gründen:

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