Expertentum und Expertenirrtum

Es gibt heute kaum mehr ein grosses Thema in den Medien, zu dem man nicht die Meinung eines Experten zu hören bekommt. Ganz unproblematisch ist das nicht – und wirklich nützlich ist es für den Medienkonsument häufig auch nicht…

«War da mal was…?» fragte Bugsierer mehrfach in diesem Beitrag und sprach damit das wochenlange «Mediengetönse» unter anderem zu den Libyen-Geiseln und der Schweinegrippe an.

Ja, da war mal was. Und was da auch ständig war, waren «Experten». Zwischen der eigentlichen Berichterstattung von Fakten, einem Kommentar des (Chef-)Redaktors, eingeholten Meinungen «vom Mann oder der Frau von der Strasse» (gelegentlich auch Leser genannt) und einer Bilderstrecke ist eine Expertenmeinung in den Medien heute kaum mehr wegzudenken.

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Substanz statt Kosmetik

Die stark gebeutelte Zeitungsbranche ist in diesen Tagen wenigstens optisch mehr denn je in Bewegung. Doch ob diese Bewegung in die richtige Richtung geht, bleibt eher ungewiss…

Diese Woche wartete die «alte Tante», die NZZ, mit einem neuen «look and feel» auf, wie das auf neudeutsch heisst. Die «Bleiwüste» solle verschwinden. Eleganter und aufgeräumter solle sie daherkommen, meint der NZZ-Chefredaktor, Markus Spielmann. Auch inhaltlich soll sich einiges verändern.

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Die somalischen «Jack Sparrows»

Was mussten wir uns doch die Bäuche vor lauter Lachen halten, als noch vor zwei Jahren im dritten Piratenfilm «Fluch der Karibik» aus dem Hause Walt Disney der sagenumwobenen Captain Jack Sparrow alias Johnny Depp auf seine bekannt tollpatische Art und Weise sein Unwesen trieb.

Es war wohl nicht nur die Komik des Hauptdarstellers, welche uns zum Lachen brachte, sondern wohl auch die Szenerie, welche uns damals wenig belastend erschien. Heute würden wir uns viel eher fragen, ob Jack Sparrow eigentlich ein Somalier ist…

Fotomontage Jack Sparrow vs. Micheline Calmy-Rey

Der fiktive Pirat «Jack Sparrow» und die reelle Aussenministerin Micheline Calmy-Rey
verfolgen gegensätzliche Ziele. Trotzdem haben sie visuell einiges gemeinsam…

Keine Fiktion

Denn es gibt sie wieder, die Piraterie auf hoher See. Dass die heutigen Piraten allerdings noch immer auf dem einen Auge eine Augenklappe tragen, ist wenig wahrscheinlich. Und zu Spässen dürften die Piraten im Golf von Aden wohl kaum aufgelegt sein.

In dieser Herbstsession wird der Ständerat darüber beraten, ob die Militärgesetzgebung bezüglich «Assistenzdienst im Ausland» so anzupassen ist, dass  auch Schweizer Soldaten sich der EU-Operation NAVFOR Atalanta anschliessen können, obschon diese auch nicht ganz unumstritten ist (das Büro des Nationalrats schiebt derweil das Thema auf die lange Bank). Die entsendeten Soldaten sollen Schiffe des Welternährungsprogramms der UNO sowie Handelschiffe der Schweiz beschützen.  

Das klingt ganz vernünftig – auf den ersten Blick.

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