Berichterstattung im Vorfeld des G8-Gipfels

Ein Beben der Stärke 6.1 auf der Entrüstungsskala hat die Augenreiberei in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag erfasst.

Das Epizentrum lag bei SF Tagesschau. NZZ Online war gut vorbereitet und blieb deshalb verschont. Verletzt wurde niemand, je nach Informationsquelle blieben jedoch viele unbeachtet…

Auslöser für die Erschütterungen ist dieser Bericht unter SF Tagesschau:

SFOnline_20090704_G8_LAquila

 

Im Zentrum dieser Zeilen steht die Besorgnis über die Sicherheit der am kommenden G8-Gipfel in L’Aquila teilnehmenden Delegationen. Grund zur Besorgnis gibt es gemäss diesem Bericht keinen, denn:

«Für alle Fälle existiert beim G8-Gipfel aber ein Evakuierungsplan.»

Weshalb also dieser hohe Ausschlag auf der Entrüstungsskala?

In keinem einzigen Wort wird die Bevölkerung erwähnt

  • welche nicht in einer erdbebensicheren Kaserne wohnt
  • für welche kein Evakuierungsplan besteht und
  • welche sich auch nach dem G8-Gipfel noch in dieser erdbebengefährdeten Region befindet.

Auch in keinem anderen Bericht ist unter SF Tageschau von der lokalen Bevölkerung die Rede. Und die zwei Stimmen aus der Bevölkerung beim Tagesschau-Bericht vermögen diese einseitige Besorgnis auch nicht zu kompensieren:

Dafür hat die NZZ «von unserem Italien-Korrespondent…» ihre Hausaufgaben gemacht und berichtet ausführlich über den Kontext, unter welchem dieser G8-Gipfel stattfindet – einschliesslich eines Stimmungsbildes seitens der lokalen Bevölkerung zum G8-Gipfel. Das Résumé dazu: Besorgnis ist angebracht – aber nicht wegen einem Tross internationaler Gäste.

Ohne Medienvielfalt würden wir uns doch glatt um die Falschen Sorgen machen…

Eine Antwort auf „Berichterstattung im Vorfeld des G8-Gipfels“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.