Google Animal View

Google zieht die Konsequenzen aus dem Entscheid über Google Street View und zieht sich aus diesem Geschäft zurück. Stattdessen lanciert Google einen neuen Dienst und versucht dabei, von Anfang an alles richtig zu machen.

Bei Google hat man die Nase gestrichen voll von Google Street View. Statt Goodwill bei den Internet-Benutzern zu schaffen um so noch mehr Benutzer an sich binden zu können, stösst der Daten-Riese in der Schweiz wie auch andernorts auf Widerstand.

Schweiz als Pilot-Projekt

Darum will sich Google definitiv aus diesem Projekt zurückziehen – und kündigt relativ schnell ein neues Projekt an: Google Animal View. Wie dessen Name schon besagt, werden nicht Strassen (und allerlei «Objekte», welche sich auf und neben den Strassen befinden) abgebildet, sondern Tiere.

Weil sich die Schweiz als rechtlich äusserst harte Knacknuss bei Google-Diensten erweist, soll darum dieses Land als Pilot-Projekt dienen. Sollte Google Animal View in der Schweiz keine Probleme mit sich bringen, sollte dies auch weltweit nicht der Fall sein, ist man bei Google Schweiz überzeugt.

Zudem lehnte das Schweizer Stimmvolk kürzlich eine Volksinitiative für die Einführung von Tieranwälten ab, welche die Rechte von Tieren hätten vertreten sollen. Es besteht darum auch in diesem Zusammenhang kein «Sonderfall», der Google von seinem Vorhaben hätte abbringen können.

Da Tiere somit auch in der Schweiz keine eigenen Rechtspersönlichkeiten sind, bräuchte auch nichts unscharf dargestellt zu werden. Nichtsdestotrotz geht man bei Google auf Nummer sicher und stellt darum nur Bilder ins Netz, auf denen gewisse Partien nur verschwommen dargestellt werden.

Tiere statt Strassen

In der Augenreiberei hatte man die Gelegenheit, bereits einen Blick in die Beta-Version werfen zu dürfen. Nachfolgend darum ein Auszug aus Google Animal View.

Genauso wie es bei Google-Karten auch unterschiedliche Karten-Typen gibt (Strassen-Karte, Satellitenbilder usw.), beabsichtigt man auch bei Google Animal View, unterschiedliche Typen von Tierabbildung zu veröffentlichen.

In freier Natur

Wir schon vor dem Besuch des Bärenparks in Bern sich ein Bild davon machen will, bekommt das zu sehen (Danke Yves!):

Ausländische Touristen, welche noch nicht wissen, wie idyllisch es auf einer Kuh-Wiese zu und her geht, dürften unter anderem das zu sehen bekommen:

Auf Abbildungen

Natürlich macht Google Animal View auch vor Abbildungen mit Tieren keinen Halt, was vor allem Verpackungen betrifft:

Die Software zur automatischen Erkennung des «Gesichtsfeldes» erkennt selbstverständlich auch des Schweizers liebstes Haustier:

Tierische Filmstars

Auch tierische Filmstars wie Flipper…

…oder Lassie werden nicht verschont.

In Märchen

Das nächste Bild zeigt Rotkäppchen und der böse Wolf – für diejenigen, welche den bösen Wolf nicht mehr erkennen:

Eine weitere Märchen-Figur, der Froschkönig, wirkt dank Google Animal View gar nicht mehr so wüst. Der Prinzessin wird es so leichter fallen, ihn zu küssen:

Künstlich generierte Tiere

Selbst altbekannte «Gesichter» von künstlich generierten Tieren werden Teil von Google Animal View sein:

Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um gutmütige Charakteren handelt, wie hier im Fall von Donald Duck. Sie werden ebenso verschwommen dargestellt:

Wer hier wen jagt, kann man ebenfalls nur noch erahnen:

Jüngere Gestalten der künstlich generierten Tier- und Untier-Welten müssen auch dran glauben, so menschlich sie auch wirken mögen:

Die verschwommene Darstellung hat auch bei den Teletubbies Vorteile: Die stechend wirkenden Augen machen den Kindern plötzlich nicht mehr so viel Angst:

Neues Projekt mit alten Problemen

Trotz aller Bemühungen gelingt es Google allerdings auch bei Google Animal View (Beta-Version) nicht immer, alle «Gesichter» der Tierwelt zu erkennen und unkenntlich zu machen, wie das nachfolgende Beispiel des tierischen Filmstars aus Free Willy zeigt:

Ob Google Animal View dennoch ein Erfolg wird?

😉

5 Antworten auf „Google Animal View“

  1. @ Bugsierer
    Du weisst doch, wie das in solchen Fällen läuft: Ein paar Tüftler hecken eine tolle Idee aus, welche dann von einem internationalen Multi abgekauft wird. Darum: Es gibt keine Aktien, Du müsstest solche von Google kaufen…

  2. Beim letzten Bild hat die Anonymisierungssoftware das falsche Gesicht verpixelt. So wird das natürlich auch nichts!

  3. @Titus: Bist Du schnell!
    @Bugsierer: Wie viele willst denn haben?
    @LD: Liegt daran, dass die Software nur Gesichter an Häuptern an Hälsen erkennt. Gesichter an Häupter ohne Hals ist erst ab Version 1.0 aktiv. Demo hierzu beim obigen Bild „Flipper“ und „Froschkönig“ – oder so …

  4. @ LD/Bebilderer
    Eben, es handelt sich bloss um eine Beta-Version. Und wie so oft erreicht man mit 20 Prozent schnell einmal 80 Prozent des Resultats (aber für die restlichen 20 Prozent sind nochmals 80 Prozent notwendig)… 😉

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